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Politik & Regulierung

J&J in Opioid-Prozess zu 572 Mio. Dollar Schadenersatz verurteilt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In den USA ist ein Grundsatzurteil zu den Folgen der Opioid-Krise gefallen. Ein Gericht in Oklahoma verurteilte den Pharmahersteller Johnson & Johnson zu einer Geldstrafe von 572 Millionen Dollar. Andere Pharmakonzerne hatten sich mit den Klägern auf einen Vergleich geeinigt.

In den 1990er Jahren wurden in den USA neue opiathaltige Schmerzmittel aggressiv vermarktet und ihr Abhängigkeitspotenzial heruntergespielt. Allein 2017 starben 48.000 Amerikaner an den Folgen ihrer Opioid-Sucht - jeden Tag 130 Tote - mehr als im Straßenverkehr oder durch Schusswaffen ums Leben kamen. Die Opioid-Epidemie ist mittlerweile die häufigste Todesursache bei Amerikanern unter 50. Und sie ist der Hauptgrund, weshalb die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA seit drei Jahren gesunken ist.

 

 

Inzwischen sind Amerikas Gerichte dabei, die Krise aufzuarbeiten. Der Oxycontin-Hersteller Purdue Pharma hatte in Oklahoma bereits im März einer Vergleichszahlung von 270 Millionen Dollar zugestimmt und die israelische Teva von 85 Millionen im Mai. Damit blieb in Oklahoma nur noch J&J unter Anklage. Nun hat ein Gericht im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma den Pharmakonzern Johnson & Johnson wegen der Opiate-Krise zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 572 Millionen Dollar (515 Millionen Euro) verurteilt. Durch irreführende Werbung über in hohem Maße abhängig machende Schmerzmittel hätten J&J und dessen Pharma-Abteilung Janssen „die Gesundheit und Sicherheit tausender Bürger Oklahomas beeinträchtigt“, heißt es in dem Urteil.

 

 

Es handelt sich um die erste Verurteilung eines Herstellers in den Vereinigten Staaten wegen dieser Krise. Es handelt sich um die erste Verurteilung eines Herstellers in den Vereinigten Staaten wegen dieser Krise. Die J&J auferlegte Entschädigungssumme soll dafür verwendet werden, in Oklahoma Programme gegen die Opiate-Sucht zu finanzieren. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Entschädigungszahlung in Höhe von 17 Milliarden Dollar gefordert. J&J kündigte umgehend Berufung an. Das Urteil in Oklahoma stützt sich auf ein Gesetz gegen „Störung der öffentlichen Ordnung“. J&J argumentiert jedoch, die Staatsanwaltschaft habe nicht nachweisen können, dass die Produkte und Handlungen des Unternehmens eine „Störung der öffentlichen Ordnung“ dargestellt hätten. Die Begründung des Gerichts - "Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" an die Grundsatzurteile gegen die Tabakhersteller in den neunziger Jahren. Insofern müssen sich Johnson & Johnson und andere Hersteller opioid-haltiger Schmerzmittel auf weitere Niederlagen vor Gericht einstellen. 

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