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Schlaglicht

Versicherer suchen die Millionen-Euro-Idee

Von Philipp KöhlerTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie eigentlich entstehen Ideen in einem Unternehmen und wie involviert man Mitarbeiter in den Innovationsprozess? Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Changemanagement eine immer wichtigere Frage für die Versicherer. Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern gibt Einblicke in sein System.

Ideen sind die Währung der Innovation. Aber wie gelangen Ideen in den Innovationsprozess? Und noch viel interessanter: Wie viele Ideen schaffen es erst gar nicht dorthin, weil sie irgendwo auf dem Weg zur Entwicklung verloren gehen?

 

Komplexe Strukturen werden besonders in einer nach Agilität strebenden Unternehmenswelt geradezu zum Hemmschuh einer notwendigen Beschleunigung von Innovationsprozessen. In einer sich zunehmend auf das gemeinschaftliche Teilen ausgerichteten Umwelt wirken starre Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse wie aus einer anderen Welt.

 

101 Ideen

 

Die Herausforderung besteht darin, zum einen Mitarbeiter weiter in den Innovationsprozess zu involvieren und gleichzeitig die Veränderung der Innovationskultur, über die ehemaligen digitalen Laboranten hinaus im Unternehmen zu etablieren. In der Konsequenz ist der Alte Leipziger – Hallesche Konzern einen weiteren Schritt gegangen und hat eine Ideenmanagementplattform im Unternehmen eingeführt.

 

Einfach umschrieben ist diese Plattform das Social Network im Unternehmen für den Innovationsprozess. Über die Ideenmanagementplattform werden Ideen relevanter Stakeholder – seien es Mitarbeiter, Partner, Lieferanten, Kunden oder die Öffentlichkeit – kurzum des gesamten Ökosystems, in den Entwicklungsprozess einbezogen.

 

Durch das Erfassen und Erstellen spezifischer Aufgabenstellungen auf der Plattform und die Einladung der Nutzer, zu diesen Aufgabenstellungen Ideen einzureichen, sich an der Abstimmung über Ideen zu beteiligen, sie zu kommentieren, weiterzuentwickeln und zu bewerten oder sich mit anderen Nutzern über die Ideen auszutauschen, entwickelt sich ein kollaborativer Prozess mit dem Ziel, so die besten Ideen für die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens entstehen zu lassen.

 

Technik ist kein Erfolgsgarant

 

Insgesamt wurden bei dem Alte Leipziger – Hallesche Konzern im ersten Jahr 101 Ideen entwickelt. Aber auch im Hinblick auf die Qualität der identifizierten Lösungsoptionen ist das Potenzial des Crowdsourcings nicht zu unterschätzen. Das Zusammentreffen von Menschen mit unterschiedlichen Ideen und Perspektiven fördert die Kreativität. Ronald Burt, Soziologe an der Universität von Chicago, hat mehrere Studien erstellt, die darauf hindeuten, dass Menschen mit vielfältigeren Informationsquellen konsequent bessere Ideen generieren. Sara Ellison vom Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, und Wallace P. Mullin von der George Washington University, Washington, haben gezeigt, dass gemischte Teams mehr kreative Lösungen hervorbringen können als Teams, die ausschließlich mit Männern oder Frauen besetzt sind.

 

Infolge der großen internen Resonanz plant der Alte Leipziger – Hallesche Konzern nun mit der Einführung eines Open Innovation-Ansatzes einen weiteren Entwicklungsschritt. Ab dem Sommer bezieht der Konzern gezielt auch Kunden mit in den Innovationsprozess ein.

 

Allerdings ist die rein technische Unterstützung von Innovation bei Weitem kein Garant für erfolgreiche Innovationsarbeit. Daneben ist es für den Erfolg von entscheidender Bedeutung, die strategischen Zielsetzungen zur Basis des Innovationsmodells werden zu lassen, nicht zuletzt, um Innovation im Zusammenhang mit der gewünschten Unternehmensentwicklung zu betreiben und auch um eine Messbarkeit für den Erfolg in einem zunächst einmal abstrakten Gebilde zu ermöglichen.

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