Christian Schareck
Christian SchareckQuelle: KPMG
Köpfe & Positionen

Versicherung morgen: Trends und aktuelle Herausforderungen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vor welchen Herausforderungen stehen die Versicherer in den kommenden fünf Jahren? Und welches sind die wichtigsten Treiber für aktuellen Geschäftsentwicklungen? Exklusive Antworten darauf gibt Christian Schareck, Head Insurance Management Consulting bei KPMG.

Sie haben vor kurzem die Leitung des neuen Bereiches Insurance Management Consulting bei KPMG übernommen. Was sind die Zielsetzungen von Ihnen bzw. Ihres Hauses?

KPMG war in den letzten Jahrzehnten unangefochten der führende Prüfer der Branche – nun wird sich KPMG zusätzlich als der Partner und Berater unserer Kunden für die aktuellen und zukünftig anstehenden Transformationsthemen positionieren. Der qualitative Anspruch, die hohe Verlässlichkeit sowie die tiefen und breiten Markt- und Branchenkenntnisse sind hierfür gleichzeitig Basis und Maßstab. 


Das starke Commitment manifestiert sich in der nachhaltigen und profunden Aufstellung – dank starker Partnerstrukturen sowie des raschen personellen Aufbaus von Teams in den Bereichen Strategie und Operations innerhalb der nächsten Monate und unserer hohen Exzellenz in Technologiebereichen werden wir unseren Kunden die gesamte Bandbreite von Beratungsexpertise bieten und eine end-to-end Betreuung ermöglichen. Veredelt selbstverständlich durch die weiteren Bereiche Deal und Risk Advisory, Steuer- und prüfungsnahe Beratung sowie Legal Services durch die Kollegen von KPMG Law. 

Welche Herausforderungen für die Versicherer beobachten Sie aktuell am Markt und inwiefern unterscheiden sich diese zu denen vor fünf Jahren?

Zwei große Treiber lassen sich aktuell beobachten: Einerseits stehen die Unternehmen im Rahmen ihres aktuellen Geschäftsmodells zunehmend unter Druck, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen - Effizienzverbesserungen z.B. durch Digitalisierung und Automatisierung in den aktuellen Abläufen und Prozessen sind hierfür zu realisieren und zahlreiche Transformationsnotwendigkeiten,  z.B. für Mitarbeiter und im Rahmen der Unternehmenskultur zu meistern.  


                                                                                              
Langfristiger sind zukünftige substantiellere Veränderungen des eigentlichen Geschäftsmodells bzw. neue, asymmetrische Wettbewerbsstrukturen durch innovative und ggf. disruptive Ausrichtung der gesamten Organisation zu antizipieren. Versicherer müssen sich zunehmend der Fragestellung widmen, wie die generelle Geschäfts- und Unternehmensstrategie der Zukunft aussieht – Commodity Provider B2B2C oder eigenständiger vollumfänglicher Partner für den Endkunden? Welche strategischen und technologischen Partnerschaften gehe ich zukünftig ein?  Wem „gehört“ der Kunde zukünftig-  bspw. in Abwicklungsbeständen der Lebensversicherung mit Blick auf die Entsparphase. Der Grad der umzusetzenden Veränderung ist hierbei abhängig von der jeweiligen Ausgangslage und strategischen Richtungsentscheidung. Wichtiges Operationalisierungskriterium ist die Vermeidung einer Gefährdung von aktuellen Stärken und Erfolgen. 

Welche Auswirkungen haben diese kundenseitigen Herausforderungen auf den Beratungsmarkt und wie positioniert sich KPMG zukünftig im Wettbewerbsumfeld?

Die Herausforderungen sind weitgehend und komplex - Täglich werden Innovationen und disruptive Ideen im Markt und Wettbewerb der Versicherer geboren. Hier die Spreu vom Weizen trennen zu können, bedarf einer sehr umfangreichen multidisziplinären Expertise sowie einer objektivierbaren, laufenden Bewertung für die Geschäftsmodelle und der Kenntnis der jeweils individuellen Ausgangslage. Ein akuter "thematischer Hype" darf die sachlich-strukturelle Entscheidung nicht ersetzen. Kapazitativ ist dies eine wesentliche Herausforderung für die Versicherer - hier einen vertrauensvollen Partner zu haben, der hilft, die richtigen Wegentscheidungen zu substantiieren ist der kritische Erfolgsfaktor. Dabei muss die strategische Überlegung immer mit der notwendigen Umsetzungsexpertise verbunden werden - Das Kind darf nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. Daher ist es so wesentlich, auf Partner zu setzen, die sowohl bei der Strategiediskussion unabhängig unterstützen als auch die operativen Konsequenzen bei der Umsetzung einschätzen und beherrschen können.  
KPMG