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Märkte & Vertrieb

Deutsche Versicherer sehen PAYL-Tarife eher skeptisch

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie sieht die Produktlandschaft der Versicherer in fünf Jahren aus? Laut einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens Sopra Steria will mehr als ein Drittel der befragten Versicherer (35 Prozent) ihre Produktlandschaft bis 2022 gravierend verändern. Hauptantreiber seien dabei vor allem der geplante Provisionsdeckel und der harte Preiskampf in der Sachversicherungssparte. Produkte wie Pay-as-you-live-(PAYL-)Policen gewinnen in Deutschland allerdings nur langsam an Relevanz.

So wollen die Versicherungskonzerne in den kommenden Jahren mit neuen Services, Angeboten, Apps und Multi-Kanal-Management neue Kunden gewinnen sowie bestehende Beziehungen vertiefen. Dabei werden laut Sopra Steria besonders neue Themenangebote wie Produktbündelungen und Cyber-Security-Policen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Demnach wollen 39 Prozent der befragten Versicherer durch Kombiprodukten wachsen. Die Themenpakete enthalten neben der Versicherungsleistung weitere Dienstleistungen, beispielsweise Bausteine anderer Versicherer sowie passende Produkte branchenfremder Unternehmen. 

 

Ähnliches gilt auch für Themenpakete zur Abwehr von Cybergefahren. 41 Prozent der Entscheider gehen davon aus, dass Policen gegen Schäden durch Hackerangriffe in den kommenden fünf Jahren an Relevanz gewinnen werden. Versicherer wollen Kunden bei ihren IT-Sicherheitsanforderungen unterstützen und entwickeln dafür spezielle Deckungskonzepte. Damit reagiere die Branche laut Sopra Steria auf die wachsende Bedrohung durch Cyber-Attacken und die damit verbundene steigende Nachfrage nach Cyber-Sicherheit.

 

Allerdings sehen die Versicherer die Zukunft verhaltensabhängiger Policen noch immer skeptisch. Lediglich 31 Prozent der befragten Entscheider bewerten die Tarife als Wachstumsprodukt. Produkte wie Pay-as-you-live-(PAYL-)Policen gewinnen hierzulande nur langsam an Relevanz. In Deutschland finden verhaltensbasierte Produkte nur schwer Eingang in Tarifkonzepte. Das liegt einerseits daran, dass der Fokus noch auf bewährten Geschäftsmodellen liegt. Einige sehen darin auch das Kollektivprinzip gefährdet. Die größere Herausforderung liegt jedoch immer noch in der Bereitstellung der erforderlichen digitalen Infrastruktur. Ist diese Hürde einmal genommen, lassen sich dynamische Versicherungsprodukte mit situativen Risikobewertungen abbilden und vermarkten", sagt Dominic Testrut, Leiter Insurance Consulting bei Sopra Steria Consulting.

Sopra Steria
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