Moritz Finkelnburg
Moritz FinkelnburgQuelle: BGV
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Finkelnburg: "2020 könnte doch noch das Jahr vieler Traumhochzeiten zwischen Versicherern und Insurtechs werden"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Haben Kooperationen und Zusammenschlüsse zwischen Versicherern und Insurtechs wirklich eine Zukunft? Für Moritz Finkelnburg ist der Zug - trotz mancher Irrungen und Wirrungen - noch nicht abgefahren. "Insurtechs werden in den nächsten Monaten insbesondere vor der Herausforderung stehen, ihre Geschäftsmodelle kompatibel für Versicherer (und andere potentielle Kunden aus dem Finanzsektor) zu gestalten. Neben kreativen Ansätzen und einer rasch sichergestellten Grundfinanzierung über das Seeding hinaus, liegt hier das Hauptproblem", glaubt der BGV-Vorstand.

So erlebe er "im Moment innovative Firmen, wo niemand deutsch spricht und die sich augenscheinlich nicht mit den aktuellen IT-Systemen ihrer Kunden sowie deren Problemen beschäftigt haben. Das klingt trivial, ist aber ein klassischer KO-Faktor. Nimmt man die großen internationalen Versicherer einmal aus, ist unsere DACH-Welt von überwiegend deutschsprachigen Entscheidern und IT-Mitarbeitern durchsetzt. Löst man diese Sprachbarriere nicht bereits in der Pitch-Phase überzeugend, besteht praktisch keine Chance auf eine Kooperation." 

 

Ähnliche Denkstrukturen sieht Finkelnburg in einem Gastbeitrag für den Finletter auch bei den "relevanten mittelständischen und kleineren Versicherer, lassen sich allerdings gewisse Parallelen feststellen: Natürlich haben sich viele mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Man hat den Eindruck, dass nahezu jeder Vorgang jetzt mit digital bezeichnet wird, um ihn zu veredeln und modern erscheinen zu lassen. Die Grundproblematik ist aber unverändert: Viel zu oft trifft man auf eine Unternehmenskultur, die zwar von Neugierde auf diese seltsame digitale Welt und ihre Begleiterscheinungen geprägt ist, aber zugleich auch von der Hoffnung, dass dies nicht zu viel Neues für das eigene Unternehmen bedeuten möge, gepaart mit der festen Überzeugung, digital bereits sehr weit entwickelt zu sein."

 

Kurzum: "Kardinalfehler der Start-ups wie fehlende sprachliche Fähigkeiten oder fehlende Kenntnis der aktuellen IT-Probleme eines Versicherers treffen auf Selbstzufriedenheit und mangelndes digitales Marktverständnis bei mittleren und kleineren Versicherern. Dies verhindert oft ein für beide Seiten erfolgreiches 'plug and play'. So bleibe "zu hoffen, dass beide Seiten aus dieser Situation lernen, ihre Hausaufgaben machen und sich annähern. Dann könnte 2020 doch noch das Jahr vieler Traumhochzeiten zwischen Versicherern und Insurtechs werden."

Insurtechs · Moritz Finkelnburg
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