Feld
FeldQuelle: Pixabay
Politik & Regulierung

Dänemark führt Police gegen Ernteausfälle ein - deutsche Landwirte hoffen auf Zuschüsse und niedrige Steuern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach zwei trockenen Jahren in Folge ist das erste dänische Versicherungsunternehmen den Wünschen der Landwirte gefolgt und bietet ab sofort eine Mehrgefahrenversicherung gegen „katastrophale Ertragsausfälle“ an. Hierzulande machen Bayern und Baden-Württemberg über den Bundesrat Druck, dass Mehrgefahrenversicherungen staatlich gefördert werden.

Die Police in Dänemark deckt laut des Versicherers Topdanmark Schäden durch u.a. Dürre, Regen, Hagel ab. Ertragsausfälle im Getreide können die Landwirte für umgerechnet 19,40 Euro pro Hektar versichern; für Raps werden 38,90 Euro pro Hektar fällig, berichtet agrarheute.

Der Versicherer Topdanmark betont jedoch, dass „schlechte Ernten“ nicht abgedeckt seien. Voraussetzung für eine Entschädigung sei vielmehr eine tatsächliche Missernte, die mindestens 20 Prozent unter dem Niveau „normaler“ Jahre liege. Zudem könnten maximal 80 Prozent der Gesamtproduktion der Agrarbetriebe versichert werden. Der Rest sei das Eigenrisiko des Bauern. Als Referenzwert wird ein Durchschnitt aus den besten drei Ernten der vergangenen fünf Jahre herangezogen.

 

In Deutschland sind Mehrgefahrenversicherungen bereits auf dem Markt. Bei der Vereinigten Hagel beispielsweise kann man neben dem Grundrisiko Hagel auch wählen können, ob man Rüben gegen Starkregen und/oder Trockenheit versichern möchte. Auch die Sparkassen Versicherung bietet eine Allgefahrendeckung gegen Risiken an, die Ernteeinbußen verursachen.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) sagte im Juni zu, die Mehrwertsteuer auf Dürreversicherungen von 19 auf 0,03 Prozent zu senken. Einen gesenkten Steuersatz von 0,03 % der Versicherungssumme gibt es jedoch bereits für Risiken wie Hagelschlag, Sturm, Starkfrost, Starkregen oder Überschwemmungen. Schon lange versuchen die Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz über den Bundesrat die Senkung der Steuer oder staatliche Zuschüsse für Versicherungsprämien durchzusetzen.

Auch interessant
Zurück
26.08.2019VWheute
Hilft die Index­ver­si­che­rung den Bauern gegen Dürre? Die Trockenheit auf den deutschen Feldern macht den Bauern weiterhin zu schaffen. Nach dem …
Hilft die Index­ver­si­che­rung den Bauern gegen Dürre?
Die Trockenheit auf den deutschen Feldern macht den Bauern weiterhin zu schaffen. Nach dem Dürresommer 2018 wird die Ernte wohl auch in diesem Jahr eher unterdurchschnittlich ausfallen. So beziffert der Deutsche …
25.07.2019VWheute
Asse­ku­rata: "Versi­cherer reagieren mit Neuaus­rich­tung ihres Port­fo­lios" auf nied­rige Zinsen Die niedrigen Zinsen belasten nicht nur die Sparer…
Asse­ku­rata: "Versi­cherer reagieren mit Neuaus­rich­tung ihres Port­fo­lios" auf nied­rige Zinsen
Die niedrigen Zinsen belasten nicht nur die Sparer. Auch die Versicherer können mit festverzinslichen Wertpapieren immer weniger Rendite erwirtschaften. Assekurata hat sich unter …
19.06.2019VWheute
Land­wirte müssen jeden Tag einen Schaden hinnehmen Im Juni 2019 konnte bislang kein Tag ohne Schadenmeldung verzeichnet werden. Allein der …
Land­wirte müssen jeden Tag einen Schaden hinnehmen
Im Juni 2019 konnte bislang kein Tag ohne Schadenmeldung verzeichnet werden. Allein der Vereinigten Hagel wurden innerhalb von gut zwei Wochen 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche als geschädigt gemeldet. Betroffen sind …
12.06.2019VWheute
Bauern und Versi­cherer dürfen bei Dürre­ver­si­che­rung auf geringe Versi­che­rungs­steuer hoffen Die Klimarisiken steigen, dies merken als erstes …
Bauern und Versi­cherer dürfen bei Dürre­ver­si­che­rung auf geringe Versi­che­rungs­steuer hoffen
Die Klimarisiken steigen, dies merken als erstes die Bauern. Erst im zweiten Schritt die Verbraucher in Form teurerer Lebensmittel. Damit das nicht passiert, könnt es ab dem …
Weiter