Nachempfundene Karte des Brettspiels-Risiko. Wie im Spiel müssen auch Rückversicherer global denken und Risiken einschätzen.
Nachempfundene Karte des Brettspiels-Risiko. Wie im Spiel müssen auch Rückversicherer global denken und Risiken einschätzen.Quelle: Bild von Pandanna Imagen auf Pixabay 
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Gute Zahlen: Rückversicherer gehen mehr Risiko

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Preise in der Rückversicherung steigen, die Zahlen stimmen, also wird mehr Risiko gegangen. Das ist in etwa die Denke der Rückversicherer, die aktuell mehr Katastrophenrisiken zeichnen.

Zuletzt hatten die Hannover Rück und Munich Re gute Zahlen gemeldet, offensichtlich nicht ohne Lehren daraus zu ziehen. Insbesondere große Rückversicherer wären wieder zu einer größeren Risikoübernahme bereit, berichtet die Börsenzeitung unter Bezugnahme auf die Studie "Global Reinsurers aim to rebalance their natural catastrophe exposure", von S&P Global Ratings.

Für das Jahr 2019 haben die Top-20-Rückversicherer nach Berechnungen des Versicherungsanalysten Johannes Bender, der am Report federführend beteiligt war, ein Katastrophenschadenbudget von etwa 11 Mrd. Dollar eingeplant. Auf dieser Basis rechnet der Experte für diese Gruppe mit Vorsteuergewinnen von 22 Mrd. Dollar. Daraus ergäbe sich "ein Puffer von 33 Mrd. Dollar", bevor das Eigenkapital in Mitleidenschaft gezogen würde.

 

Steigende Preise eine Gefahr?

 

Aufgrund hoher Schäden durch Naturkatastrophen in den zwei zurückliegenden Jahren stiegen die Preise in den Vertragserneuerungsterminen im Jahr 2019 bei Sach-Katastrophenrisiken um " 15 bis 25 Prozent". Das bezieht sich laut Studie auf Kunden, die zuvor bereits einen Schaden geltend gemacht haben. Bender sieht dennoch keine Anzeichen dafür, dass die Rückversicherer ihre aktuell strenge Zeichnungsdisziplin aufweichen.

Steigende Preise sind nicht nur gut, sie bringen auch Risiko. Wenn die Beiträge weiter erhöht werden können und sich verstetigen, stehen die Rückversicherer vor "schwierigen Entscheidungen".

 

Das Eingehen zu großer Katastrophenrisiken könnte Erträge und das Eigenkapital gefährden, zu wenig Zeichnungsmut den Verzicht auf Ertragschancen bedeuten. Größere Katastrophenrisiken würden möglicherweise "größere Schwankungen in den Konzernzahlen" nach sich ziehen. In den vergangenen zwei Jahren habe sich die globale Rückversicherung aber laut Bender trotz hoher Katastrophenschäden als widerstandsfähig erwiesen.