Maus, in Österreich ein Problemtier
Maus, in Österreich ein ProblemtierQuelle: Bild von sibya auf Pixabay 
Politik & Regulierung

Wenn Tom schwächelt, triumphiert Jerry: Mäuseversicherung in Österreich gefordert

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Österreicher haben ein Tierproblem. Zuerst jagen wildgewordene Kühe die Touristen übe die Alm, jetzt zerknabbern Mäuse komplette Ernten. Helfen sollen die Versicherer.

Nicht mal mehr auf Katzen kann sich der Österreicher heutzutage verlassen, in großen Teilen des Weinviertels haben Mäuse in diesem Jahr enorme Schäden angerichtet. Das Weinviertel ist eine Region im Nordosten von Niederösterreich und etwa 4900 Quadratkilometer groß, etwa zweimal die Fläche des Saarlandes.

Bei Mäusen gilt das selbe Prinzip wie bei Heuschrecken, eine ist nichts, tausende sind ein Problem. Die Erzeugergemeinschaft Zistersdorf (egz), der Zusammenschluss von etwa 300 Landwirten im Weinviertel, spricht von einer "Plage", die in diesem Jahr zumindest 30 Prozent der Ernteerträge bei Getreide kostet.

 

Ein Drittel der Ernte ist viel, doch einige Landwirte sind noch schlimmer dran. "Bei manchen Bauern sind es sogar hundert Prozent, also totale Ernteausfälle. Nachdem die beiden letzten Jahre schon extrem schlecht für die Getreideernte waren, kommt das für viele einer Katastrophe gleich", sagt egz-Sprecher Franz Bauer. Insgesamt haben 108 Betriebe einen Schaden von mehr als 2.850 Hektar zu beklagen. Ein Hektar entspricht einem quadratischen Feld mit der Seitenlänge von 100 Meter.

 

Schleckermäuse

 

Die Mäuse haben mittlerweile keine Lust mehr, sich auf Getreide zu beschränken und expandieren. "Wir haben die Mäuse schon auf Mais-, Kürbis-, Rüben- und Sonnenblumenfeldern. Und nicht einmal Obstbäume sind vor ihnen mehr sicher. Das hat sich zuletzt an angefressenen Marillenbäumen und auch schon bei Wein gezeigt." In einem offenen Brief an Bund und Land fordern die Landwirte Maßnahmenpaket gegen die Weinviertler Mäuseplage. Sie wollen Entschädigungen aus Mitteln des Katastrophenfonds für entstandene Ernteschäden. Weiter kritisieren sie, dass es keine Mäuseversicherung gäbe.

 

Ein Problem ist laut dem egz-Sprecher Franz Bauer auch die ökologische Landwirtschaft. Wegen der bestehenden Vorgaben und Richtlinien könnten sie nicht ausreichend gegen die Mäuse vorgehen. "Der Trend zur ökologischen Landwirtschaft stimmt zwar und auch, dass wir neue Zukunftsstrategien brauchen, aber wenn wir zuschauen müssen, wie uns die Mäuse die Felder leerfressen, ist das absurd", kritisiert Bauer.

 

Vielleicht können die Versicherer helfen und nach der Muh-Absicherung, kommt jetzt der Fiep-Fiep-Schutz.

Österreich · Ernteausfallversicherung · Landwirtschaftsversicherer
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