Droht den angeklagten DFB-Funktionären Gefängnis?
Droht den angeklagten DFB-Funktionären Gefängnis?Quelle: Bild von bedazelive auf Pixabay 
Märkte & Vertrieb

Wenn das Sommer- zum Knastmärchen wird: DFB-Funktionäre wegen Betrug angeklagt

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Vorwurf lautet arglistige Täuschung im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006. Angeklagt wurden von der Schweizer Bundesanwaltschaft die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt. Der Vorwurf lautet arglistige Täuschung im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006. Ein D&O-Experte bewertet die Lage der Angeklagten als schwierig.

Die drei Angeklagten sollen im April 2005 die Mitglieder des DFB-Organisationskomitees "arglistig über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in der Höhe von rund 6,7 Millionen Euro getäuscht" haben, meldet die Tagesschau. Zwanziger und Schmidt sowie dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi wird konkret Betrug in Mittäterschaft vorgeworfen. Niersbach wird die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet.

Das Verfahren gegen den damaligen WM-Organisationschef Franz Beckenbauer in der selben Angelegenheit war im Juli abgetrennt worden. Als Grund wurde dessen Gesundheitszustand angeführt, der "nach derzeitiger Prognose eine Teilnahme oder Einvernahme an der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht nicht zulässt."

 

Die Geschichte

 

Im Sommer 2002 war der Wettkampf um die Fußballweltmeisterschaft im vollen Gange. Damals hatte sich Beckenbauer laut Bundesanwaltschaft beim Unternehmer und ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in Höhe von umgerechnet 6,7 Millionen Euro besorgt. Dieses Geld fand dann seinen Weg auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed Bin Hammam. Warum das geschah, "konnte nicht abschließend geklärt werden", erklärt die Bundesanwaltschaft. Die zuständigen Behörden in Katar hätten die Ermittlungen nicht unterstützt.

 

Beckenbauer habe laut Bundesanwaltschaft angegeben, dass Bin Hammam beziehungsweise die FIFA-Finanzkommission einen Zuschuss für das Organisationskomitee für die WM 2006 forderte. Weil der DFB "dieses Geld nicht habe bereitstellen wollen", habe er die Forderung "mithilfe des Kredits persönlich beglichen".

 

Der Spiegel schrieb im Jahr 2015, dass die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland "mutmaßlich gekauft" worden sei, und verdächtigte den Kreditgeber Louis-Dreyfus, maßgebend involviert gewesen zu sein.

 

Eben dieser Dreyfuß soll auch Uli Hoeneß das Geld geliehen haben, dass dieser "zum Zocken" an der Börse verwendet habe. Hoeneß wurde 2014 wegen Steuerhinterziehung in Folge von Börsenspekulationen zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Dreyfuß war laut Welt ein "enger Freund des FC Bayern", bei dem auch Beckenbauer als Spieler und Funktionär aktiv war.

 

So bewerten D&O-Versicherer den Fall

 

Wenn es zu einer Anklage kommt, sieht es für die Angeklagten nicht gut aus. Weil sich die Anschuldigungen auf strafrechtlich relevante Handlungen rund um die WM-Vergabe beziehen, geht Franz Held, Mitglied der Geschäftsleitung beim Kölner D&O-Anbieter VOV davon aus, dass eine eventuell abgeschlossene D&O-Versicherung nicht greift. "Die D&O-Versicherung hilft in Strafrechtsverfahren nur dann, wenn im selben Zusammenhang auch zivilrechtlich gegen die Beklagten vorgegangen und Schadenersatz geltend gemacht wird", erklärt Held.

 

Was die Betrugsvorwürfe selbst angeht, rechnet Held damit, dass auch die Strafrechtsschutz-Versicherung letztlich leistungsfrei bleiben wird. "Wenn sich die Vorwürfe als wahr erweisen, liegt auf der Hand, dass die Beschuldigten vorsätzlich gehandelt haben", erklärt der D&O-Experte und dann gelte:  "Vorsatz ist ein üblicher Deckungsablehnungsgrund."

 

Auch interessant
Zurück
20.05.2019VWheute
Bundesrat gibt grünes Licht für E-Scooter - aber mit Ände­rungen Der Bundesrat hat am Freitag grünes Licht für die Zulassung von E-Scootern auf …
Bundesrat gibt grünes Licht für E-Scooter - aber mit Ände­rungen
Der Bundesrat hat am Freitag grünes Licht für die Zulassung von E-Scootern auf deutschen Straßen gegeben. Damit hat die Länderkammer einer Verordnung des Bundesverkehrsministeriums zugestimmt. Allerdings verlangen …
11.09.2018VWheute
Stefan Sommer wird neuer Marke­ting-Leiter der vfm Gruppe Stefan Sommer (43) übernimmt zum 1. Oktober 2018 die Leitung Marketing sowie Keasy-Vertrieb …
Stefan Sommer wird neuer Marke­ting-Leiter der vfm Gruppe
Stefan Sommer (43) übernimmt zum 1. Oktober 2018 die Leitung Marketing sowie Keasy-Vertrieb beim Pegnitzer Maklerdienstleister vfm. Der gebürtige Oberfranke war langjähriger Vorstand der VEMA …
17.08.2018VWheute
Gene­rali-Vorstand Sommer: "Branche steht am digi­talen Schei­deweg" Wie wirken sich die digitalen Möglichkeiten auf die Branche aus? Diese Frage …
Gene­rali-Vorstand Sommer: "Branche steht am digi­talen Schei­deweg"
Wie wirken sich die digitalen Möglichkeiten auf die Branche aus? Diese Frage geistert bekanntlich schon seit Jahren durch die Etagen der Konzerne. Für Generali-Vorstand Rainer Sommer ist jedenfalls klar: "Die …
29.03.2018VWheute
Anbang-Chef wegen Betrugs ange­klagt Das Volksgericht in Schanghai hat mit der Verhandlung zur Anklage gegen Wu Xiaohui, den früheren Chef des …
Anbang-Chef wegen Betrugs ange­klagt
Das Volksgericht in Schanghai hat mit der Verhandlung zur Anklage gegen Wu Xiaohui, den früheren Chef des Versicherers Anbang, begonnen. Die Staatsanwalt wirft Wu vor, Betrug in Kapitalsammlung und Amtsmissbrauch begangen zu haben. In der …
Weiter