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Helpcheck über LV-Verträge: "Die meisten Fehler finden wir bei Aachen Münchener und der ehemaligen Volksfürsorge"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das 2016 gegründete Unternehmen hat sich auf juristische Fälle rund um den Widerruf von fehlerhaften Lebensversicherungen fokussiert. „Von über 10.000 Verträgen, die wir schon geprüft haben, waren 82 Prozent fehlerhaft“, sagt Peer Schulz, Gründer und Geschäftsführer von helpcheck, gegenüber dem Magazin Capital.

Seit dem 29. Juli 2015 können Kunden laut BGH ihrem LV-Vertrag widersprechen, wenn das Widerspruchsrecht unzureichend oder gar nicht erklärt wurde. Beim damals oft genutzten Policenmodell gilt ein ewiges Widerspruchsrecht, das nutzt das Unternehmen Helpcheck und lässt Ansprüche vom Roboter prüfen. Geschäftsführer Peer Schulz gibt ein Einblick in die bisherige Analyse: "Von über 10.000 Verträgen, die wir schon geprüft haben, waren 82 Prozent fehlerhaft. Besonders oft finden wir gemeinsam mit unseren Anwälten Fehler bei Versicherungsverträgen der Aachen Münchener, dem britischen Versicherer Clerical Medical und der ehemaligen Volksfürsorge. Bei Lebensversicherungen von Zürich werden wir dagegen fast nie fündig."

 

Die Verträge werden von Helpcheck gratis geprüft, die Provision für Kunden fällt an, wenn es tatsächlich zum Widerruf über Helpcheck kommt. "Zum einen ziehen wir die Provision nur vom erzielten Mehrwert ab. Das ist das Plus, das Kunden durch den Widerruf mit uns zusteht. Bei einer Kündigung gäbe es weniger. Zum anderen zeigt unsere Erfahrung, dass wir erfolgreicher als Privatpersonen und auch viele Anwälte sind. Einige unserer Kunden haben zuerst versucht, ihre Lebensversicherung eigenhändig zu widerrufen und sind dabei gescheitert. Oft lassen Versicherer die Kunden warten oder leugnen, Fehler gemacht zu haben. Uns kennen die Versicherer schon. Daher können wir mittlerweile rund 20 Prozent unserer Fälle außergerichtlich klären. Nur wenige gehen vor Gericht in die zweite Instanz", sagt Schulz gegenüber dem Magazin Capital.

 

Das Legaltech arbeitet mit 15 Angestellten und sieben Anwälten, den Rest macht Big Data. "Wir haben uns eine riesige Datenbank erarbeitet. Diese enthält über 600 Urteile von Oberlandesgerichten und höheren Instanzen  zum Widerruf von Lebensversicherungen.Unser System filtert daraus passende Urteile heraus und verfasst vollautomatisch eine Anklageschrift. Das dauert fünf Minuten. Ein Anwalt braucht dafür im Schnitt drei Stunden. 

 

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