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Zu viele Schäden: Swiss Re steigt aus Weltraum-Geschäft aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Rund 200 bis 300 Mio. Dollar kosten Rakete und Satellit im Schnitt. Dieses Geld holen die Betreiber von den Banken, die wiederum auf eine Versicherung bestehen. Zuletzt sind jedoch zu viele Schäden aufgekommen, sodass Swiss Re jetzt die Reißleine ziehen muss und aus dem Geschäft mit Weltraumpolicen aussteigt.

Jan Schmidt, Chef der Underwriting Space-Abteilung, sagte, dass die Entscheidung den zuletzt schlechten Ergebnissen und nicht nachhaltigen Prämienraten geschuldet sei. Das Exposure soll eingeschränkt werden, um Verluste aus anderen Sparten besser zu stemmen.

Viele Satelliten und Trägerraketen wurden zuletzt im Weltraum oder beim Start in den Orbit zerstört und verursachten hohe Versicherungsschäden. Einer der größten davon zuletzt am 11. Juli - der Fehlstart einer VEGA-Trägerrakete der Arianespace. Etwa zwei Minuten nach dem Liftoff vom VEGA Launch Complex in Kourou erlosch aus noch ungeklärter Ursache der Feststofftreibsatz der zweiten Stufe und die Rakete stürzte in den Atlantik. Mit ihr der Falcon Eye 1-Aufklärungssatellit, den Airbus SAS für die Vereinigten Arabischen Emirate gebaut hatte. Es war der erste Fehlstart einer VEGA. Vierzehn vorausgegangene Missionen waren erfolgreich verlaufen. Sowohl die Rakete als auch die Nutzlast waren mit einer hohen Summe (416 Millionen Dollar) versichert, unter anderem bei der Münchner Rück.

 

Laut GDV entfallen fast die Hälfte der Schäden in der Sparte auf die Startphase. Auch der bereitet den Versicherern der Müll im Orbit zunehmend Sorgen. Nach Schätzungen der ESA fliegen rund 750.000 Schrottteilchen mit mindestens einem Zentimeter Durchmesser im Orbit – Überreste von bewusst abgeschossen oder explodierten Satelliten. In erdnahen Umlaufbahnen kann die Kollision mit einem dieser Teilchen einen Satelliten so schwer beschädigen, dass er komplett ausfällt.

Sogenannte All-Risk-Policen kommen für Teil- oder Totalschäden am Satelliten auf – unabhängig von der Ursache. In der Regel werden die Verträge getrennt abgeschlossen: eine für die Startphase einschließlich des ersten Jahres, später deckt eine sogenannte In-Orbit-Versicherung die Risiken während des Betriebs ab.