Containerschiff
ContainerschiffQuelle: Bild von Frauke Feind auf Pixabay 
Politik & Regulierung

Straße von Hormus: Reeder fürchten höhere Versicherungsprämien

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Konflikt in der Straße von Hormus im Persischen Golf wird nun auch für die Reedereien zu einem Problem: So fürchten diese nicht nur weitere Spannungen zwischen dem Iran und den USA sowie Großbritannien. "Das Risiko der Durchfahrt ist gestiegen, damit erhöhen sich auch die Versicherungsprämien", befürchtet Ralf Nagel, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder, dem Handelsblatt.
Da die Margen in der Schifffahrt jedoch gering sind, bekommen die Unternehmen diese Kostensteigerungen unmittelbar zu spüren. Besonders davon betroffen ist die Reederei Hapag-Lloyd, deren Containerschiffe regelmäßig den Hafen von Dubai ansteuern. Dieser fungiert quasi als Zwischenstation zwischen Europa und Asien. Verbandsangaben zufolge passieren allein 20 bis 30 Handelsschiffe täglich die Schnittstelle am Persischen Golf. Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus ergibt sich vor allem aus dem Ölgeschäft.
Die Bedeutung der Straße von Hormus.
Die Bedeutung der Straße von Hormus.Quelle: Statista

Laut der aktuellen Lloyd's List Intelligence wurden allein im Jahr 2018 täglich fast 17 Millionen Barrel Öl durch die enge Schifffahrtsstraße gefahren. Mehr als ein Drittel des auf Tankern verladenen Öls sowie ein Großteil des verflüssigten Erdgases (LNG) werden täglich durch die Meerenge verschifft. Dies entspricht  etwa 21 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl und Ölprodukte sowie 500.000 Kubikmeter LNG. Nachdem der britische Frachter "Stena Impero" jedoch von iranischen Revolutionsgarden festgesetzt wurde, geht die Zahl der Schiffe in der Straße von Hormus spürbar zurück. Eine Folge davon wäre ein spürbarer Preisanstieg für Öl und Erdgas.

 

Global gesehen ist die Zahl der Totalverluste in der Schifffahrt im letzten Jahr auf ein Rekordtief gesunken. Laut AGCS-Bericht des "Safety And Shipping Review 2019" weltweit auf den Weltmeeren zu insgesamt 46 Totalverlusten in der Klasse der Schiffe über 100 Bruttoregistertonnen. 2017 gingen noch 98 Schiffe dieser Größe verloren. Zu diesem Rückgang beigetragen haben, laut Studie, besonders niedrigere Verluste im weltweiten Unfall-Hotspot Südostasien, sowie eine Halbierung der durch Unwetter (Hurrikane und Taifune) hervorgerufenen Verluste.


Allerdings ist dies, gesamt betrachtet, nur die halbe Wahrheit, denn mit weltweit 2.698 Vorfällen auf See sind die gemeldeten Schäden mit weniger als einem Prozentpunkt nur unwesentlich zurückgegangen. Dabei machen Maschinenschäden mehr als ein Drittel aller Schiffsunfälle (1.079) aus. Kollisionen untereinander (319), Strandungen (315) und Fremdkontakte (208) rangieren auf den Plätzen dahinter. Erst auf Rang fünf erscheint die Unglücksursache Feuer/Explosionen mit 174 Vorfällen.

Straße von Hormus · Reederei
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