Donal Trump, kein Freund des unbeschränkten Handels
 Donal Trump, kein Freund des unbeschränkten HandelsQuelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Politik & Regulierung

Euler Hermes nach Trumps Zolldrohung: "Es hat sich ein waschechter Handelskrieg entwickelt"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Oops, he did it again". US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle von zehn Prozent auf Importe aus China im Wert von 300 Milliarden US-Dollar angekündigt, natürlich über Twitter. Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes spricht von einem Handelskrieg. Auch Atradius ist besorgt.

Die neuen Strafzölle sollen ab Anfang September gelten, damit ist eine neue Runde im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China angebrochen. Gleichzeitig spricht Trump von einem positiven Dialog und davon, dass die Zukunft beider Länder "bright" sein wird.  

 

Ludovic Subran ist tief besorgt: "Die Ankündigung von neuen Zöllen passt ins Bild: Das ist schon fast eine typische Gewohnheit von Donald Trump nach internationalen Gipfeln. Diese neuen Zölle von zehn Prozent auf Waren im Wert von etwa 300 Milliarden US-Dollar, lassen den durchschnittlichen amerikanischen Zoll um einen Prozentpunkt auf rund 7,5 Prozent steigen. Damit ist der Status eines Handelskonflikts passé. Dieser hat sich zu einem waschechten Handelskrieg entwickelt."

 

Die Auswirkungen würden sich einerseits bei Weltwirtschaft und Welthandel zeigen – andererseits aber auch bei der amerikanischen Wirtschaft. Wenn sich nichts verändert, landet die amerikanische Wirtschaft für das Gesamtjahr 2019 bei einem Nullwachstum, glaubt der Experte. Zudem würde es in den kommenden zwei Jahren das Wachstum des weltweiten Bruttoninlandsprodukts um 0,5 Prozentpunkte (pp) kappen. Beim Welthandel wären es" im gleichen Zeitraum sogar 2pp."

Tweet zum Handelskonflikt von Donald Trump
Tweet zum Handelskonflikt von Donald TrumpQuelle: Twitter-Account von Donald Trump

Konflikt wird weiter verschärft

 

Der Kreditversicherer Atradius ist ebenfalls besorgt. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius, erklärt: "Die von Donald Trump angekündigten Zölle betreffen den Export von Waren aus China in die USA, die sich durch die Zölle verteuern würden. Er will damit die heimische Wirtschaft stärken, da hierdurch amerikanische Produkte vergleichsweise billiger und somit eher nachgefragt werden."

 

Die Ankündigung des US-Präsidenten am Donnerstagabend von neuen Importsteuern auf chinesische Waren könnte den aktuellen Handelsstreit weiter verschärfen. Im Zuge des bilateralen Konflikts sind bereits 1,8 Prozent des weltweiten Handelsvolumens mit Zöllen belegt. Das besorgt den Atradius-Spezialisten: "Eine weitere Eskalation würde sich erheblich auf das weltweite Wirtschaftswachstum auswirken. Im schlimmsten Fall droht ein internationaler Handelskrieg, durch den das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zum Stillstand kommen würde, und das Handelsvolumen im kommenden Jahr gar um bis zu 2,3 Prozent zurückgehen könnte.

 

 Der sich zuspitzende Konflikt erhöhe nicht nur das Forderungsrisiko bei Geschäften mit Unternehmen in den USA und China – wo in einigen Bereichen bereits erhebliche Umsatzrückgänge in Folge der Zölle vermeldet werden –, sondern mittelbar auch im Exportgeschäft insgesamt, da zahlreiche Volkswirtschaften in hohem Maße abhängig sind von der Konjunktur in den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

 

Donald Trump will es wissen, die Weltwirtschaft schaut besorgt nach Washington. Leere Drohungen oder der Beginn eines Wirtschaftskrieges, am Ende weiß es Donald Trump – hoffentlich.

Handelskrieg · Donald Trump · Welthandel · Euler Hermes · Atradius
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