Falkensteiner Höhle
Falkensteiner HöhleQuelle: Von Holger Gruber in der Wikipedia auf Deutsch - Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.0 de, Link
Politik & Regulierung

Wer zahlt für die dramatische Rettung aus Falkensteiner Höhle?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland in einer Höhle verloren gehen? Das kommt nicht mehr allzu oft vor, doch vor wenigen Tagen musste ein Rettungsteam in die Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb einrücken, um zwei verlorene Seelen zu retten. Doch wer zahlt den Einsatz?

Anfang der Woche mussten ein 37 Jahre alter Höhlenguide und sein 25 Jahre alter Kunde aus der Höhle geborgen werden. Nach starken Regenfällen saßen sie in etwa 650 Meter Tiefe in der Naturhöhle fest, die insgesamt über vier Kilometer lang ist und zu den 20 längsten Höhlen Deutschlands gehört. Die Bergung war dementsprechend aufwendig.

Die Kosten für die Rettung bleiben wahrscheinlich nicht an der Gemeinde Grabenstetten hängen, meldet die Schwäbische. "Wir gehen davon aus, dass die Versicherung des Höhlenführungs-Unternehmens das übernimmt", wird Bürgermeister Roland Deh zitiert. Der Nachweis über die obligatorische Versicherung liege dem Bürgermeister vor. Das tourenanbietende Unternehmen könnte das etwas anders sehen, jedenfalls wollte es sich nicht äußern.

Aus Schaden wird man klug

Die Gemeinde hat einen Lernprozess hinter sich. Im Jahr 2015 musste ein Mann aus der Höhle geborgen werden, nachdem er stürzte und sich den Arm brach. Für den Einsatz hatte damals die Gemeinde Grabenstetten aufzukommen. Daraus "habe man gelernt", erklärte Deh, seitdem ist eine Versicherung Pflicht.

Der Bürgermeister betonte allerdings, dass es eine Dummheit gewesen sei, bei derart starken Regenfällen in die Höhle zu gehen und sprach von Lizenzentzug für den Höhlenguide. Die Rettung gestaltete sich wegen der Witterung schwierig. Ein Retter berichtet: "Insgesamt saßen wir fast 14 Stunden zusammen da drin. In der Höhle war es kalt, nass, unangenehm, laut. Es hat nach Urin und Schweiß gestunken. Kein Ort, an dem man lange bleiben mag." In welcher Höhe die Rettung schlussendlich zu Buche schlägt, wird erst in Wochen oder Monaten feststehen.

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