Konzernsitz des Rückversicherers in Zürich
Konzernsitz des Rückversicherers in ZürichQuelle: Swiss Re
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Großschäden und Restrukturierung bescheren der Swiss Re einen Gewinnrückgang

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Folgen von Großschäden sowie die Sanierung der Großkundensparte hat der Swiss Re im ersten Halbjahr 2019 das Geschäft vermiest. Wie der Rückversicherer mitteilt, ging der Gewinn in den ersten sechs Monaten des Jahres um rund fünf Prozent auf 953 Mio. US-Dollar (VJ: 1,006 Mrd.) zurück. Besonders drastisch: Im Großkundengeschäft fuhr das Unternehmen einen Verlust von 403 Mio. US-Dollar ein - nach einem  Gewinn von 58 Mio. im Vorjahreszeitraum.

So begründet der Rückversicherer den Verlust in dieser Sparte damit, dass mehr Geld - nämlich 328 Mio. US-Dollar - für Schäden reserviert und eine Rückversicherungsvereinbarung mit einer Einmalprämie von 100 Mio. US-Dollar abgeschlossen wurde. Damit sei das Portfolio bereinigt und die Kapitalausstattung aufgepolstert worden, heißt es weiter. Ziel damit sei es, die Sparte Corporate Solutions wieder rentabel zu machen und die Combined Ratio von derzeit 132,8 Prozent auf 98 Prozent im Jahr 2021 zu senken. Auch die Konzerneinheit Life Capital kam mit einem Gewinn von fünf Mio. Euro (VJ: 34 Mio.) auf keinen grünen Zweig. Wesentlicher Grund dafür ist der abgesagte Börsengang der Tochtergesellschaft ReAssure.

 

In der Schadensparte belasteten die Großschadenereignisse der ersten sechs Monate die Bilanz der Kompositsparte - allen voran Taifun "Jebi" in Japan, die Überschwemmungen, Hagel- und Sturmschäden in Australien sowie Schäden infolge des Flugzeugabsturzes der Ethiopian Airlines und des anschließenden Flugverbots für alle Maschinen des Typs Boeing 737 MAX. Die Combined Ratio stieg in den ersten sechs Monaten auf 100,5 Prozent. Allerdings sorgten die Vertragserneuerungen im Juli für einen Anstieg des Vertragsprämienvolumens um 23 Prozent auf 17,0 Mrd. US-Dollar. Spartenübergreifend stiegen die Nettoprämien um 7,9 Prozent auf 18,160 Mrd. US-Dollar (VJ: 16,830 Mrd.).

 

"Unsere Halbjahresergebnisse unterstreichen die Stärke unseres Reinsurance-Geschäfts sowohl im P&C- als auch im L&H-Segment. Wir sind überzeugt, dass wir dank unserer Grösse, unserem globalen Portefeuille, der Diversifizierung mit unserem L&H-Geschäft und unserem Kundenzugang strategisch gut positioniert sind, um weiteres profitables Wachstum zu erzielen. Dies zeigt sich auch in der positiven Dynamik, die wir seit Jahresbeginn bei den Vertragserneuerungen erreicht haben", kommentiert Vorstandschef Christian Mumenthaler die Halbjahresbilanz.

Urs Baertschi wird neuer CEO Reinsurance EMEA

Neben den Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2019 hatte die Swiss Re noch eine Personalentscheidung zu verkünden. Urs Baertschi wurde zum 1. September 2019 zum CEO Reinsurance EMEA, Regional President und Mitglied des Group Executive Committee ernannt. Er folgt damit auf Russell Higginbotham, der Anfang Juli die Funktion des CEO Reinsurance Asia und Regional President übernommen hat. In den letzten vier Jahren war Baertschi als President Reinsurance Latin America tätig. Zuvor fungierte er als Managing Director, Head Principal Investments & Acquisitions Americas, für finanzielle und strategische Direktinvestitionen von Swiss Re sowie für Corporate Development verantwortlich. In der Zeit zuvor war er in verschiedenen M&Aund Private-Equity-Funktionen inner- und außerhalb von Swiss Re tätig mit den Schwerpunkten Versicherung, Finanzdienstleistung und Gesundheitswesen.

 

"Urs Baertschi ist eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit mit über 20 Jahren Erfahrung und fundiertem Know-how im Finanzdienstleistungssektor. Er verfügt über einen beeindruckenden Leistungsausweis, nachhaltiges Wachstum zu generieren, und bringt alle relevanten Fähigkeiten mit, unser Geschäft in EMEA weiter zu stärken und Innovation in all unseren Geschäftsbereichen erfolgreich voranzutreiben. Wir freuen uns, dass wir einen so starken internen Kandidaten für diese Funktion ernennen können, der auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden für Kontinuität sorgen wird", kommentiert Verwaltungsratspräsident Walter B. Kielholz die Personalentscheidung.

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