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Unternehmen & Management

Britische Finanzaufsicht verhängt Millionenstrafe gegen Standard Life

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat eine Geldbuße von 30,8 Mio. Pfund gegen den Lebensversicherer Standard Life verhängt. Die Behörde begründet dies Medienberichten zufolge damit, ihre Kunden nicht über mögliche Ausfälle beim Verkauf ihrer Renten informiert zu haben. Zudem soll der Versicherer keine angemessenen Kontrollen eingeführt haben, um die Qualität der Anrufe zwischen ihren Abwicklern und nicht beratenen Kunden zu überwachen.

"Ein Kunde benötigt bei der Auswahl einer Rente genaue Informationen, da es sich um ein komplexes Finanzprodukt handelt. Dies gilt insbesondere für nicht beratene Verkäufe, bei denen der Kunde die Leibrente auf der Grundlage von Sachinformationen auswählt und keine finanzielle Beratung erhält", heißt es in einer Stellungnahme der FCA. Zudem seiendie Unternehmen nach Ansicht der Finanzaufseher gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden zu erklären, dass sie möglicherweise einen günstigeren Tarif erhalten, wenn sie auf dem freien Markt einkaufen. Die Unternehmen müssten dabei"klare, faire und nicht irreführende Informationen über erweiterte Renten" bereitstellen, um dem Kunden eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

 

Einen weiteren Kritikpunkt sieht die britische Finanzaufsicht in den Kontrollen des Versicherungskonzerns. "Die Kontrollen von Standard Life Assurance Limited mussten die Fairness gegenüber den Kunden in den Mittelpunkt stellen Hier haben die finanziellen Anreize für die Mitarbeiter für den Verkauf nicht beratener Renten per Telefon zu Konflikten geführt, die bei einigen Kunden zu unfairen Ergebnissen geführt haben. Unternehmen müssen über Kontrollen verfügen, um sicherzustellen, dass die Fairness gegenüber den Kunden Vorrang hat", sagte Mark Steward, Executive Director für Durchsetzung und Marktüberwachung der FCA, in einer Erklärung.

 

Standard Life zeigte sich augenscheinlich schuldbewusst: "Obwohl es sich um ein historisches Problem handelt und uns bewusst war, als wir Standard Life Assurance Limited übernommen haben, möchten wir uns bei den betroffenen Kunden entschuldigen, mit denen wir bereits im Rahmen des Kundenrechtsschutzprogramms in Kontakt standen. Unser Sanierungsprogramm für betroffene Kunden kommt gut voran und wir gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird", konstatiert Susan McInnes, CEO von Standard Life Assurance Limited und Direktor der Phoenix Group.

Standard Life
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