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Politik & Regulierung

LG Nürnberg-Fürth: Kein Krankentagegeld bei Wohnsitz im Ausland

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wo darf sich ein Versicherter aufhalten, wenn er bei seinem privaten Krankenversicherer einen Anspruch die Zahlung von Krankentagegeld geltend machen will? Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied nun, dass eine Klausel in den Versicherungsbedingungen rechtlich nicht zu beanstanden sei, wonach ein Versicherter seinen Wohnsitz in Deutschland haben muss (Az.: 2 S 7833/18).

Im konkreten Fall der Kläger trotz Krankschreibung einen lange gebuchten Urlaub auf Gran Canaria angetreten. Der private Krankenversicherer stellte daraufhin die Zahlungen für diesen Zeitraum ein und begründete dies mit der entsprechenden Klausel in den Versicherungsbedingungen: "Keine Leistungspflicht besteht bei Arbeitsunfähigkeit, wenn sich die versicherte Person nicht an ihrem Wohnsitz in Deutschland aufhält, es sei denn, dass sie sich in medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung befindet. Wird die versicherte Person in Deutschland außerhalb ihres Wohnsitzes arbeitsunfähig, so steht ihr das Krankentagegeld auch zu, solange die Erkrankung oder Unfallfolge nach medizinischem Befund eine Rückkehr ausschließt."

 

Der Kläger hielt jedoch entgegen, dass der Arzt nicht von einer Stornierung abgeraten habe, da diese dem weiteren Heilungsverlauf förderlich gewesen sei. Und obwohl dies der behandelnde Arzt im Attest bestätigt hatte, entschied das LG Nürnberg-Fürth zugunsten des privaten Krankenversicherers und bestätigte damit ein gleichlautendes Urteil des Amtsgerichts Erlangen. Auch wenn die klimatischen Bedingungen auf den Kanaren heilungsfördernd seien, würde dies dennoch keine Leistungspflicht begründen, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Dies gelte auch bei für einen Kur- und Sanatoriumsaufenthalts in einem Heilbad oder Kurort.

Krankentagegeldversicherung · Landgericht Nürnberg-Fürth
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