Herbert Heiner (links) und Uli Hoeneß (rechts)
Herbert Heiner (links) und Uli Hoeneß (rechts)Quelle: dpa / Picture Alliance
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Hoeneß-Nachfolge: Hat Allianz-Mann Werner Zedelius eine Chance auf das höchste Amt beim FC Bayern?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Geht er nun oder geht er nicht? Seit Tagen bereits spekulieren die großen Sportmedien dieses Landes über einen möglichen Rückzug von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, der Betroffene selbst wird sich wohl erst Ende August öffentlich dazu äußern. Die möglichen Nachfolger bringen sich indes schon in Stellung. Neben dem früheren Adidas-Vorstandschef Herbert Heiner gilt auch der ehemalige Allianz-Vorstand Werner Zedelius als potenzielle Kandidaten für die Hoeneß-Nachfolge.

Der ehemalige Allianz-Manager und heutige Business-Angel ist seit Mitte Mai 2015 Mitglied im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG und zugleich stellvertretender Aufsichtratschef. Er trat damit die Nachfolge des heutigen Ergo-Chefs Markus Rieß an, nachdem dieser 2015 als Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG ausgeschieden war. Die Partnerschaft zwischen dem FC Bayern und der Allianz besteht bereits seit 2000. Als Platin Partner und Teilhaber der AG versichert der Konzern nicht nur die Spieler des deutschen Rekordmeisters. So hat sich die Allianz noch bis 2041 die Namensrechte am heimischen Fußballtempel in Fröttmaning gesichert.

 

2014 ist die Allianz SE mit 8,33 Prozent auch als Anteilseigner bei der FC Bayern München AG eingestiegen. Rund 110 Mio. hat sich der Versicherungskonzern dieses Engagement damals kosten lassen. Ein idealer Werbepartner also, werden die Spiele des FCB doch immerhin von bis zu 750 Mio. Fußballfans in 204 Ländern verfolgt. Die Allianz selbst ist aktuell in rund 70 Ländern rund um den Globus vertreten. Neben seinem durchaus sehr intensiven Engagement beim FC Bayern hat sich die Allianz in den letzten Jahren durchaus als ein umtriebiger Player im Sportsponsoring hervorgetan. So hat sich der Konzern unlängst auch die Namensrechte der Fußballstadien in Wien, Turin, Sydney, St. Paul (Minnesota), London, São Paulo und Nizza gesichert. Hinzu kommt eine Partnerschaft mit dem englischen Rugby-Club Saracens oder ihr Engagement im Motorsport. Jüngster sportlicher Coup: Die Allianz wird ab 2021 "Worldwide Olympic Partner" des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die Partnerschaft ist zunächst auf sieben Jahre angelegt. Zudem gehört die Allianz seit 2006 auch zu den wichtigsten Partnern des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC).

 

Immerhin schätzen die Versicherer durchaus das Licht, dass beim Sponsoring von Fußball auf sie fällt, im besten Fall regnet es für das unterstützte Team Punkte, Siege und Meisterschaften, bei Abstieg kann sich der Versicherer als Fels in der Brandung bewähren. Und das lassen sich die Unternehmen immerhin einiges kosten. Erst jüngst hatte die Nürnberger bekannt gegeben, für drei Jahre Haupt- und Trikotsponsor des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg zu bleiben - einschließlich eines eigenen Werbespots auf Youtube. Die Hanse Merkur verlängerte zudem ihre Exklusivpartnerschaft mit dem Hamburger SV, während die Bayerische einen neuen Sponsoringvertrag mit dem Drittligisten TSV 1860 München geschlossen. Auch der Maklerpool Fonds Finanz hat seine Premium Partnerschaft mit den Münchener Löwen um eine weitere Spielzeit verlängert.

 

Auch die Öffentliche Versicherung Braunschweig ihren Sponsorenvertrag mit Eintracht Braunschweig um zwei weitere Spielzeiten zu verlängern. Der Versicherer ist bereits seit mehr als drei Jahrzehnten beim Deutschen Meister von 1967 engagiert, nicht nur im Profi-Bereich. Ein regionaler Bezug scheint jedenfalls ein maßgebliches Kriterium für das Fußball-Sponsoring zu sein: Beste Beispiele im Fußball-Oberhaus sind das Engagement, der Barmenia bei Bayer 04 Leverkusen, der WWK beim FC Augsburg oder der Signal Iduna bei Borussia Dortmund.

 

Letztere zeigte sich mit ihrer "Borussia-Dortmund-Versicherung" - einer Art kombinierten Haftpflicht- und Hausratversicherung - besonders kreativ - getreu dem Motto: Bonus gegen Tore. Gleich einen ganzen Versicherungskatalog bietet die umtriebige Deutsche Familienversicherung (DFV) als "Adler-Partner" des hessischen Traditionsvereines Eintracht Frankfurt an. Neben einem "DFV Heimspielschutz" bietet das Unternehmen über einen eigenen Online-Webshop gleich noch die passende Zahnersatz-, Pflege-, Krankentagegeld- und eine Krankenhauszusatz­versicherung an. 

 

Für Versicherer sicherlich kein schlechtes Bild. Laut einer früheren Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Yougov befürworten rund drei Viertel der Versicherten die finanzielle Unterstützung von Versicherern im sozialen Bereich. Ebenso werden Engagements im Umweltschutz und in Wissenschaft und Bildung mit fast 70 Prozent positiv gesehen. Das Schlusslicht bildet übrigens der Sport, allerdings mit 59 Prozent. Dass damit der eigene Bekanntheitsgrad aber ungemein gesteigert wird, zeigt auch das Engagement von Coface beim 1. FSV Mainz 05. Vier Jahre lang besaß der Kreditversicherer die Namensrechte an der Mainzer Fußballarena. 2015 gab man diese schließlich an den Rüsselsheimer Automobilbauer Opel ab: Die Ziele, den Bekanntheitsgrad über Mainz hinaus zu vergrößern, seien mehr als erfüllt worden, hieß es damals in einer offiziellen Verlautbarung.

 

Doch zurück zum FC Bayern. Ob Zedelius tatsächlich eine Chance für die Hoeneß-Nachfolge haben könnte, entscheidet sich im November auf der Mitgliederversammlung des Vereines. Immerhin kann nicht jeder ins höchste Amt des deutschen Fußball-Primus aufsteigen. So müssen die potenziellen Kandidaten vom Verwaltungsrat (Vorsitzender Edmund Stoiber plus zwölf weitere Mitglieder) vorgeschlagen werden. Notwendig für die Wahl ist eine absolute Mehrheit von 50 Prozent der anwesenden Mitglieder. Zudem muss der Präsident der Fußballabteilung entstammen.

 

Und selbst wenn: Zedelius hätte im Falle einer eventuellen Kandidatur derzeit allenfalls eine Außenseiter-Chance. Aktueller Favorit auf das Amt ist vielmehr der frühere Adidas-Vorstandschef Herbert Heiner, enger Freund von Uli Hoeneß seit mehr als 20 Jahren, ebenfalls Metzgersohn und derzeit erster stellvertretender Aufsichtsratschef der Fußball-AG. Er gilt zudem als großer Fußball- und FC-Bayern-Fan und fädelte in seiner Zeit als Adidas-Chef (2001 bis 2016) die Beteiligung des Dax-Konzerns an der Fußball-Firma in Höhe von 8,33 Prozent ein. Seit 2017 gehört er zudem der Hall of Fame der deutschen Wirtschaft an.

 

Ob und welche Rolle Hainer oder Zedelius künftig beim FC Bayern spielen werden, hängt letzlich aber noch immer vom Bayern-Patriarchen Hoeneß selbst ab. Auch wenn ein möglicher Rücktritt bislang nicht bestätigt wurde - dementiert wurde er indes auch nicht. "Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung", teilte Hoeneß dem Kicker mit. Man darf gespannt sein.

Werner Zedelius · Allianz · Uli Hoeneß
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