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Politik & Regulierung

Deutsche Rentenversicherung läuft der Digitalisierung hinterher

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Versicherungsunternehmen wollen digitaler werden. Das dies nicht immer ganz so einfach ist, zeigt sich am Beispiel der gesetzlichen Rentenversicherung. So stammen dort einige Teile der benutzten Software noch aus den 1970er-Jahren, außerdem fehlt eine einheitliche IT-Infrastruktur. Dies geht aus einer kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Das Problem dabei: Hinter der Rentenversicherung stehen 16 Träger, die für bestimmte Regionen in Deutschland zuständig sind. Dabei würden die Sachbearbeiter zwar die gleiche "Kernanwendung" benutzen, um Rentenzahlungen zu berechnen und auszuzahlen. Allerdings unterscheide sich die zugrunde liegende Informationstechnik und Infrastruktur je nach Rechenzentrum der Träger. Zudem seien außerhalb dieses "Kernbereiches" teils unterschiedliche Programme diverser Hersteller im Einsatz, heißt es von der Regierung. Ein gemeinsames Rechenzentrum solle es zudem frühestens erst 2024 geben.

 

Das eigentliche Problem: "Teile der Anwendung stammen jedoch aus den 1970er- beziehungsweise 1980er-Jahren", heißt es in der Antwort der Bundesregierung. "Das sind mehr als 40 Jahre, da waren Brandt und Schmidt noch Bundeskanzler und Computer so groß wie Kühlschränke. Das ist ein Armutszeugnis und unterstreicht, dass beim Thema digitaler Fortschritt wirklich erheblich mehr Tempo notwendig ist", kritisiert der rentenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel.

 

So verwundert es auch nicht, dass der liberale Politiker die Pläne der Großen Koalition eines Onlinechecks für alle erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersversorgung und privater Vorsorgeangebote wie der Riester-Rente eher kritisch sieht. Demnach würden die Zustände bei der Rentenversicherung nicht darauf hindeuten, dass dieses Versprechen in naher Zukunft gehalten werden könne. Zudem würde die Bundesregierung bei der Modernisierung der Rentenversicherung trotz der absehbaren Arbeitsbelastung auf der Bremse zu stehen. Dabei scheine das Thema dem amtierenden Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) "leider recht egal zu sein", krititiert Vogel.

Deutsche Rentenversicherung
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