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Allianz warnt vor Todesrisiko durch E-Bikes

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland gibt es aktuell rund vier Millionen E-Bikes. Nach Berechnungen der Allianz sind allerdings deutlich mehr Pedelec-Fahrer in einen tödlichen Unfall verwickelt als "normale" Radfahrer. Dabei bestehe das erhöhte Unfallrisiko nicht nur für Senioren, konstatiert der Münchener Versicherungskonzern, der die Risiken durch diese Gefährte hochgerechnet hat.

Rund 77 Millionen Fahrräder sind derzeit auf Deutschlands Straßen unterwegs, etwa vier Millionen davon mit einem elektrischen Antrieb. Der Anteil der Pedelcs liegt somitbbei etwa vier Prozent. Allerdings betrage Anteil der getöteten Pedelec-Fahrer an allen tödlich verunglückten Radlern in der Allianz-Zeitreihe rund 18 Prozent. "Über alle Altersgruppen zusammengefasst ist das Getötetenrisiko im Fünf-Jahresmittel auf dem Pedelec dreimal so hoch wie auf dem herkömmlichen Rad. Pedelecs sind auch dann gefährlicher gegenüber nicht motorisierten Fahrrädern, wenn die Fahrleistung beider Fahrzeugarten berücksichtigt wird", wird Jörg Kubitzki, Unfallforscher bei Europas größtem Versicherer, im Handelsblatt zitiert. 

 

So würden im Durchschnitt pro Milliarde gefahrener Kilometer 11,64 Pedelec-Fahrer ums Leben. Die vergleichbare Quote für nicht motorisierte Fahrräder liegt bei 8,96, heißt es weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen allein im Jahr 2018 insgesamt 445 Radfahrer ums Leben, davon 89 mit einem Pedelec. Damit seien 20 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer auf einem Pedelec unterwegs gewesen. Im ersten Quartal 2019 lag ihr Anteil sogar bei gut 25 Prozent (18 von 75 Getöteten), berichtet das Blatt weiter.

 

Auch die Unfallforscher des GDV sehen eher skepttisch, wenn es um die Entwicklung der Unfallzahlen der Pedelcs geht. "Es gibt immer mehr Radfahrer, mehr Pedelecs und demnächst noch zusätzlich E-Scooter. Man sollte annehmen, dass die Infrastruktur den neuen Entwicklungen vorauseilt und nicht nur folgt. Aber von beidem sind wir sehr weit entfernt", prognostizierte Siegfried Brockmann, Leiter des Instituts Unfallforschung der Versicherer (UDV), bereits Anfang April dieses Jahres. "Es sei denn, wir haben einen ganz furchtbaren Sommer und niemand fährt Rad", ergänzt der Experte laut Berliner Morgenpost.

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