Bugklappe der "Estonia"
Bugklappe der "Estonia"Quelle: dpa / picture-alliance
Politik & Regulierung

Gericht urteilt: Kein Schadenersatz für Angehörige und Überlebende der "Estonia"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Untergang der "Estonia" am 28. September 1994 mit 852 Toten zählt bis heute zu den schwersten Unglücken der zivilen Schifffahrt. Nun hat ein Gericht in Nanterre bei Paris weitere Entschädigungszahlungen für die Angehörigen und Überlebenden abgelehnt.

Im konkreten Fall hatten mehr als 1.000 Angehörige und Überlebende des Schiffsunglücks von der deutschen Meyer Werft Schadenersatzklagen über 40 Mio. Euro verlangt. So hatte die damalige schwedisch-estnische Reederei EstLine nach dem Unglück eine Entschädigung von 130 Mio. Euro gezahlt. Allerdings pochten die Kläger auf weitere Aufklärung und Wiedergutmachung für psychische Schäden. Die französischen Richter wiesen die Klage nun zurück mit der Begründung, dass die Kläger keine kein grobes oder vorsätzliches Fehlverhalten hätten nachweisen können.

 

Das Fährschiff wurde in den 1980er-Jahren auf der Meyer Werft gebaut, der Schiffs-TÜV Bureau Veritas hatte es als seetüchtig eingestuft. Ein Sprecher der Werft wollte das Urteil gegenüber dem NDR "aus Respekt vor den Überlebenden und Hinterbliebenen nicht weiter" kommentieren. Eine Untersuchung kam 1997 zwar zu dem Schluss, dass die Schließvorrichtungen der Bugklappe zu schwach waren. Daher riss die Klappe während der Fahrt der "Estonia" bei hohem Wellengang ab. Durch das eingedrungene Wasser sank das Schiff innerhalb einer halben Stunde. Die Schuldfrage wurde allerdings bis heute nie geklärt. Dennoch kursieren bis heute zahlreiche Theorien und Spekulationen über die Unglücksursache, wie zum Beispiel eine Detonation oder ein Bombenanschlag.

"Estonia"
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