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Politik & Regulierung

Krankenkasse muss auch für privatversichertes "Begleitkind" aufkommen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer kommt bei einer Mutter-Kind-Kur für die Kosten eines "Begleitkindes" auf, welches in der PKV versichert ist? Der private Krankenversicherer? Irrtum. Das Bundessozialgericht (BSG) entschied, dass die Krankenkasse auch für die "Begleitkinder" aufkommen muss, wenn die Mutter gesetzlich und das "Begleitkind" in der PKV versichert ist (Az.: B 1 KR 4/18 R und B 1 KR 14/18 R).

Im konkreten Fall hatte die Krankenkasse der gesetzlich versicherten Mutter eine dreiwöchige Mutter-Kind-Kur des Müttergenesungswerks bewilligt. Die Kosten für. für die Mitaufnahme der beiden minderjährigen Kinder lehnte die Kasse aber ab mit der Begründung, dass diese mit dem Vater über die Beihilfe und privat krankenversichert seien. Das BSG entschied jedoch gegen die Kasse. Demnach habe die Mitnahme der Kinder dazu gedient, um "der Mutter die Teilnahme an der stationären Vorsorgemaßnahme zu ermöglichen oder ihr die Entscheidung dafür zumindest zu erleichtern", argumentierten die Richter. Und dies hänge nicht vom Versichertenstatus des Kindes ab.

 

In einem anderen Fall musste die Krankenkasse die Kosten jedoch nicht übernehmen, da die Mutter über die Beihilfe und privat versichert war, das Kind hingegen in der gesetzlichen Krankenkasse. "Die Leistungen für Begleitkinder werden als bloßer Annex zu den medizinischen Vorsorgeleistungen für in der GKV versicherte Mütter und Väter erbracht", begründeten die Sozialrichter am BSG dieses Urteil. Demnach setze die Kostenübernahme der "Begleitkinder" die gesetzliche Versicherung der Mutter oder des Vaters voraus. Auf den Versichertenstatus der Kinder komme es dagegen auch in diesem Fall nicht an. 

Bundessozialgericht
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