Annelie Buntenbach, DGB-Bundesvorstand
Annelie Buntenbach, DGB-BundesvorstandQuelle: DGB
Köpfe & Positionen

DGB: "Für junge Leute ist die private Versicherung keinesfalls der bessere Weg"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Annelie Buntenbach ist ein Fan der Grundrente. Weniger mag der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Altersabsicherung die private Vorsorge, wie sie in einem Zeitungsinterview deutlich werden ließ.

Bei der neuen Rentenidee soll nicht nur die Höhe der eingezahlten Beiträge, sondern die Lebensleistung berücksichtigt werden. Ein Beispiel der SPD zeigt, dass eine Frisörin nach 35 Jahren Arbeit statt 513 dann 961 Euro Rente bekommen würde. Die Grundrentenidee spaltet die Koalition. Grob gesagt ist die CDU dagegen, die SPD dafür.

Buntenbach ist pro Grundrente, wie sie gegenüber der Augsburger Allgemeine erklärt: "Wer 35 Jahre und mehr gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat oder einmal arbeitslos war, soll am Ende eine bessere Rente bekommen", erklärt die Expertin. Das sei bezahlbar, und zwar aus einer "Finanztransaktionssteuer" und der "Streichung von Vergünstigungen für Hoteliers".

 

Nach ihrer Ansicht ist ein Problem der gesetzlichen Rente, dass junge Menschen nicht mehr an diese Art der Absicherung glauben. Die Alternative Versicherungsbranche lehnt Buntenbach ab.

 

Für junge Leute sei die private Versicherung "keinesfalls der bessere Weg", weil "teurer und unsicherer". Denn der Arbeitgeber zahle nicht und die Versicherungswirtschaft "verdient mit". Dazu sei unsicher, was am Kapitalmarkt am Ende rauskommt, das habe der Finanzmarktcrash 2008/09 gezeigt. "Klar ist, dass die gesetzliche Rente sich nicht durch private Vorsorge ersetzen lässt".

 

Neue Rentenversicherung

 

Buntenbach will die Rentenversicherung "breiter aufstellen". Es gebe viele Beschäftigungsverhältnisse außerhalb der Sozialversicherung, die miteinbezogen sein sollten. Beamte könnten "nur auf lange Sicht" eingegliedert werden, da diese ihr Erwerbsleben mit der Beamtenversorgung geplant hätten.

 

Mit einbeziehen in die gesetzliche Rente will Buntenbach die Bundestagsabgeordneten, denn diese entscheiden, "welche Regeln für die Rente in Zukunft gelten". Aus diesem Grund sollten die Abgeordneten "nicht neben dem Rentensystem stehen", sondern "ein Teil davon sein".

Annelie Buntenbach · Privatrenten · gesetzliche Rentenversicherung
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