Strafe in einem Monsanto-Prozess reduziert - doch viele Klagen noch offen
Strafe in einem Monsanto-Prozess reduziert - doch viele Klagen noch offenQuelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 
Politik & Regulierung

Bayer Strafe in Monsanto-Prozess reduziert - Unternehmen nicht zufrieden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es wird selten so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Im zweiten Glyphosat-Urteil hat Bundesrichter Vince Chhabria die Strafe des Bayer Konzerns erheblich reduziert. Der Konzern ist angeklagt, weil ein Pflanzenmittel der mittlerweile übernommenen Tochter Monsanto bei Geschädigten Krebs auslöste. Der Konzern bestreitet das und will weiter prozessieren.

Bayer bleibt bei seiner Linie und hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt, trotz einer Reduktion der Strafe von 80,3 auf 25,3 Millionen US-Dollar. Das Urteil ginge "in die richtige Richtung", spiegele allerdings nicht die Beweislage wider.

Das sieht der Richter offenbar anders. Von der Ansicht, dass der geschädigte Edwin Hardeman vom glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup eine Krebserkrankung erlitt, rückte das Gericht nicht ab.

 

"Verwerflich aber nicht arglistig"

 

Das Verhalten des US-Saatgutriesen Monsanto sei zwar "verwerflich" gewesen, erklärte Chhabria in San Francisco, allerdings sei der Schadensersatz-Anteil bei der Strafe mit 75 Millionen Dollar zu hoch angesetzt worden. Es würden Beweise für eine bewusste Vertuschung eines bekannten oder offensichtlichen Gesundheitsrisikos fehlen.

Bayer hatte Monsanto für 63 Milliarden US-Dollar übernommen und ist in den USA mit über 13.400 Klagen wegen Krebserkrankungen von Monsanto-Produkten konfrontiert. Das Unternehmen unterlag in den ersten drei US-Prozessen.

 

Oft werden solche Sammelprozesse mit einem (teuren) Vergleich beigelegt. Der Richter deutete bereits deutlich an, dass ein solches Vorgehen auch in diesem Fall eine Möglichkeit sei. Für diese Option spricht, dass US-Staranwalt Ken Feinberg zum Schlichter berufen wurde.

Bayer · Monsanto · Strafe · USA
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