Links: Anbang Versicherungsgruppe. Rechts: seit 11. Juli heißt das Unternehmen "Versicherungsgruppe Aller".
Links: Anbang Versicherungsgruppe. Rechts: seit 11. Juli heißt das Unternehmen "Versicherungsgruppe Aller".Quelle: hy
Unternehmen & Management

"Versicherung aller": Anbang heißt jetzt Dajia Insurance

Von Heng YanTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit großer Spannung wartet die Öffentlichkeit seit letztem Jahr darauf, wie das Schicksal der Anbang Versicherung besiegelt wird. Nun scheint das umstrittene Versicherungsunternehmen endgültig seinem Untergang geweiht zu sein. Bereits letzte Woche wurde der Versicherungskonzern in Dajia Insurance umbenannt.

Dajia Insurance heißt wörtlich "Versicherung Aller" oder "Versicherung jedermanns". Die neuen Inhaber der umgetauften Gesellschaft sind China Insurance Security Fund (CISF), China National Petroleum Corporation (CNPC), Shanghai Automotive Industry Co. (SAIC Motor). Die drei zusammen haben 2,65 Mrd. Euro investiert, übernehmen damit die Lebensversicherung, Rentenversicherung und die Vermögensverwaltung von Anbang. Zudem wird eine neue Sachversicherung innerhalb der Gruppe "Versicherung Aller" firmiert.

 

Anbang wurde vor 15 Jahren gegründet. Unter der Führung von Wu Xiaohui, dem Ex-Mann von Deng Xiaopings Enkelin, hat sich das Unternehmen schnell zu einer schillernden Person entwickelt. Durch seine extravaganten Investitionen hat Anbang für viel Aufsehen gesorgt. Die größten Würfe waren der Kauf vom Luxhotel Waldorf Astoria in New York und der niederländischen Versicherung VIVAT. Berichten zufolge soll Anbang im westlichen Ausland über Vermögen von insgesamt mehr als zehn Mrd. US-Dollar verfügt haben. Kurz nachdem Trump die Präsidentenwahl gewonnen hat, soll Wu versucht haben, durch Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an den US-Präsidenten heranzukommen. Allerdings war der Versuch nicht gelungen. Seitdem der CEO Wu in letztem Jahr wegen Amtsmissbrauchs und Geldunterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von 18 Jahren verurteilt worden war, ordnete die chinesische Versicherungsaufsicht CBRC an, die Vermögen im Ausland zu verkaufen.

 

In 2017 hat die Wirtschaftsmagazin Caixin zum ersten Mal über die Machenschaften von Wu berichtet. Daraufhin drohte Anbang, die Magazin zu verklagen. Die Folge war eine  regelrechte mediale Schlammschlacht zwischen Anbang und den Caixin-Journalisten. Kurz daraufschaltete sich die Finanzaufsicht CBRC ein und leitete eine Untersuchung gegen Anbang ein. Im Feb. 2018 hat die CBRC das Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt. Damals hieß es schon, dass Anbang umstrukturiert und "hoch qualitatives Kapital" neu eingeführt werden sollen. Das ist zum ersten Mal seit der Einführung der Öffnungspolitik Chinas in 1979, dass ein Versicherungsunternehmen aufgelöst und in ein anderes umgewandelt wird.

Anbang · Dajia Insurance
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