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Ex-Schadengutachter der Allianz wegen Versicherungsbetrug in 42 Fällen verurteilt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein ehemaliger Schadengutachter der Allianz und seine Komplizen sind vor dem Landgericht Leipzig wegen Versicherungsbetruges in 42 Fällen Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Männer zwischen 2007 und 2009 die Versicherung um knapp eine Million Euro geprellt haben sollen.

So befanden die Richter den ehemaligen Schadenregulierer Alexander N. der Untreue in 42 Fällen schuldig und verurteilten ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 39 Euro (9.360 Euro). Sein Mitangeklagter erhielt für 18-fache Beihilfe zur Untreue 22 Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 14 Euro (2.520 Euro).

 

Ursprünglich wurden dem ehemaligen Schadenregulierer 56 Fälle mit einer Schadensumme von 1,4 Mio. Euro zur Last gelegt. In 14 Fällen wurde das Verfahren allerdings eingestellt. Dabei liest sich die Geschichte das Drehbuch zum Alptraum jedes Versicherers. Ein freier Mitarbeiter arbeitet als Schadenregulierer jahrelang zu voller Zufriedenheit des Unternehmens und merkt dann, das betrügen viel lukrativer ist als ehrliche Arbeit. Flugs all die ethischen Bedenken über Bord geworfen und hinein in die Unredlichkeit, so stellt sich der Fall momentan dar.

 

Die Allianz betonte damals gegenüber VWheute: "Der Fall eines ehemaligen Schadenregulierers der Allianz ist uns seit 2009 bekannt. Unsere internen Kontrollsysteme und Ermittlungen hatten Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für uns aufgedeckt. Wir haben daraufhin umgehend alle erforderlichen internen Maßnahmen ergriffen und auch die zuständigen Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund des laufenden Strafverfahrens keine weiteren Details zu diesem Vorgang nennen können."

 

Das Urteil (Az.: 6 KLs 209 Js 20452/10) ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Leipzig Revision eingelegt hat. Sie forderte für den Hauptangeklagten vier Jahre und drei Monate Haft sowie für den Mitangeklagte eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monate.

Versicherungsbetrug · Allianz
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