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Lebensversicherung: Weniger Policen und mehr Auszahlungen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Lebensversicherung scheint bei den Kunden auf immer weniger Gegenliebe zu stoßen. So ist die Anzahl von Lebensversicherungen 2018 mit 83,0 Millionen Verträgen (2017: 83,3 Millionen) auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Dies berichtet das Finanzmagazin Börse Online unter Berufung auf das aktuelle GDV-Jahrbuch "Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2019". Gleichzeitig haben die deutschen Lebensversicherer im letzten Jahr rund 2,5 Prozent höhere Leistungen an ihre Kunden ausgezahlt als 2017. 
Besonders besorgniserregend sei dabei vor allem der Rückgang bei den Neuabschlüssen. Diese rutschten von 4,91 Millionen Verträgen im Jahr 2017 auf 4,86 Millionen Police. Das ist der niedrigste Wert, der laut vorliegenden Statistiken jemals erreicht wurde, berichtet Börse Online weiter. Allerdings stieg der Anteil neuartiger Lebensversicherungen auf einen Rekordwert von 58 (2017: 50) Prozent, wenn man den Gesamtabsatz anhand der Prämiensumme ausdrückt. Der Anteil klassischer Policen mit gesetzlichem Garantiezins sank hingegen deutlich von 41 auf 33 Prozent. Fondspolicen kamen erneut auf einen Anteil von neun Prozent. Die Prämieneinnahmen stiegen indes von 86,5 auf 88,7 Mrd. Euro.
Kundenvermögen in der Lebensversicherung
Kundenvermögen in der LebensversicherungQuelle: GDV

Gleichzeitig stiegen die Leistungsverpflichtungen im Vorjahresvergleich um rund 18 Mrd. Euro und übertrafen damit erstmals die Marke von einer Billion Euro. Der Kapitalanlagenbestand der Lebensversicherer legte nach Angaben des GDV um 3,0 Prozent auf 933 Mrd. Euro zu. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer stiegen 2018 laut aktuellem GDV-Jahrbuch zur Lebensversicherung um 2,5 Prozent auf knapp 89 Mrd. Euro.

 

Allerdings wurden nach Angaben von Policen Direkt im vergangenen Jahr Lebensversicherungen im Wert von 12,3 Mrd. Euro storniert. "Die Deutschen verschenkten 2018 knapp 80 Millionen Euro, weil sie ihre Lebensversicherung stornierten, statt diese auf dem Zweitmarkt zu verkaufen. Führt man sich vor Augen, dass vorsichtig geschätzt rund 20 Prozent der stornierten Verträge zweitmarktfähig gewesen wären und bei Verkauf etwa drei Prozent mehr als bei der Kündigung erzielen würden, kommt man zu diesem Ergebnis", sagt Max Ahlers, Gründer und Geschäftsführer von Policen Direkt. 

 

Zudem kritisierte das Unternehmen, dass der Gesetzgeber eine gesetzliche Hinweispflicht auf den Zweitmarkt mit in das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) aufgenommen habe "Dieser wichtige Aspekt des Verbraucherschutzes fehlt in der aktuellen Ausarbeitung des Gesetzesentwurfes, darf aber bei der politischen Diskussion nicht unter den Tisch fallen", moniert Ahlers.

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