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KrankenversicherungQuelle: Bild von Michael Schwarzenberger auf Pixabay 
Politik & Regulierung

PKV tobt: Wiwo zeigt Wege, wie man aus der privaten Krankenversicherung flüchtet

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die privaten Krankenversicherer erhalten wieder einmal medialen Gegenwind. Anlass sind - auch wieder einmal - die Beiträge. Ungemach kommt diesmal allerdings nicht von den Verbraucherschützern oder den Versicherten selbst. Die Wirtschaftswoche hatte in einem Artikel vermeintliche "Fluchtwege" aus der PKV aufzeigen wollen. Der PKV-Verband ist natürlich "not amused".

Um was geht es genau: In einem ausführlichen Beitrag will der Autor der Wirtschaftswoche verschiedene "Tricks" aufzeichnen, mit denen die Versicherten wieder von der PKV in die GKV wechseln zu können. Und dies immer mit dem Ziel: Beiträge und damit sattes Geld zu sparen. Beispiel Nummer Eins: Das sogenannte EU-Modell. "Privat versicherte deutsche Arbeitnehmer ziehen in ein Nachbarland oder nehmen dort einen Job an. Nach zwölf Monaten können sie mit dem Nachweis der ausländischen Krankenkasse zurück zu einer deutschen Kasse wechseln", heißt es. Allerdings lasse sich dies nur in einigen Ländern umsetzen, wie zum Beispiel in der Schweiz, den Niederlanden und Schweden.

 

Beispiel Nummer zwei: Das Hamburger Modell für Beamte, wonach diese sich nun auch mit staatlichem Zuschuss in der GKV versichern können. Laut Senat seien bereits 1.365 Beamte gesetzlich versichert. Andere Bundesländer sollen folgen. Beispiel Nummer drei: Teilzeit. So könnten Arbeitnehmer mit der neu eingeführten sogenannten Brückenteilzeit einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit inklusive Garantie auf spätere Rückkehr in Vollzeit nutzen. Damit könne das Gehalt temporär unter die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 60.750 Euro gedrückt werden, um ohne Jobrisiken von der PKV in die GKV kommen. Voraussetzung: Man ist jünger als 55 Jahre. Beispiel Nummer vier: Das Elterngeld. Beziehen die Eltern, welche in der PKV versichert sind, ein Elterngeld bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit, könnten diese laut Bericht das zeitweise geringere Einkommen nutzen, um zurück in die GKV zu kommen. Erlaubt sei dabei eine Wochenarbeitszeit von bis zu 30 Stunden.

 

Der PKV-Verband zeigte sich erwartungsgemäß "not amused" darüber: "Der Wirtschaftswoche-Artikel empfiehlt allen Ernstes Versicherten, die ihren Beitrag als zu hoch empfinden, auf Gehalt zu verzichten, in die Niederlande umzuziehen oder halblegale Tricks zu versuchen. Wir empfehlen Privatversicherten, die wirklich mit GKV-Niveau zufrieden wären, einen Wechsel in den Standardtarif der PKV zu prüfen. Der Durchschnittsbeitrag für Leistungen auf GKV-Niveau beträgt im PKV-Standardtarif rund 300 Euro pro Monat, der von Wiwo als Beispiel präsentierte Wechsler zahlt in der GKV "nur 425 Euro im Monat". Wir können Versicherten nur dringend davon abraten, die absurden Wiwo-Tipps zu befolgen", betonte ein PKV-Sprecher gegenüber VWheute.

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