VW Käfer
VW KäferQuelle: Bild von Peter Gottschalk auf Pixabay 
Schlaglicht

Beitragswachstum in Kfz: Überholt die Allianz bald die Huk-Coburg?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wer ist die Nummer eins auf dem deutschen Kfz-Versicherungsmarkt? Gemessen an Marktanteilen ist dies immer noch die Huk-Coburg. Stellt sich allerdings die Frage: Wie lange noch? Geht es nach Wachstum, lag die Allianz im vergangenen Jahr deutlich vor der Konkurrenz aus Franken. 
Demnach haben die Kfz-Versicherer allein 2018 bei den Beitragseinnahmen leicht um 3,7 Prozent von 27,5 Mrd. Euro auf rund 28 Mrd. Euro ausgebaut. Allein 67 der 94 im Internetportal SolvencyData gelisteten Schaden-/Unfallversicherer haben bei den Bruttobeiträgen in der Kfz-Sparte zulegen können, konstatiert die Ratingagentur Assekurata auf der Basis der aktuellen SFCR-Beriche. Den größten Zuwachs erzielte dabei die Allianz mit einem Beitragsplus von 192.299 TEuro. Damit liegen die Münchener deutlich vor der Huk-Coburg Allgemeine mit einem Anstieg von 104.181 TEuro. Zu beachten sei jedoch der Umstand, dass die Unternehmen hier im Gegensatz zum Geschäftsbericht auch das proportionale indirekte Geschäft mit einrechnen. Zudem würden in den Geschäftsberichten die Kraftfahrzeug-Vollversicherung und die Kraftfahrzeug-Teilversicherung subsummiert. In den SFCR-Berichten fließen indes auch zusätzliche Risiken, wie beispielsweise die Beistandsleistung Schutzbrief, Camping oder All-Risk Kraftfahrt gewerblich mit ein.
Quelle: Assekurata
Auffällig sei auch, dass die Münchener im Geschäftsbericht ihre gebuchten Bruttobeiträge auf rund 3,5 Mrd. Euro beziffern, geben sie im SFCR-Bericht einen Wert von rund 3,6 Mrd. Euro an, womit sie auch die Spitzenposition einnehmen. Dahinter folgen dann die Huk-Coburg Allgemeine mit 1,95 Mrd. Euro und die Axa (1,4 Mrd.). Betrachte man jedoch die Gruppenebene, hat die Huk-Coburg laut Assekurata mit rund 4,1 Mrd. (Vorjahr: 3,9 Mrd.) gebuchter Prämie ihren Vorsprung vor der Allianz-Gruppe behaupten können. Mit einem Anstieg von 3,6 auf nunmehr 3,9 Mrd. schließen die Münchner in der SFCR-Zählung aber deutlich auf die fränkische Konkurrenz auf. Auf dem dritten Platz liegen bei dieser Betrachtung die öffentlich-rechtlichen Versicherer mit knapp 3,1 Mrd. Euro.
Quelle: Assekurata

Nicht mit eingerechnet ist dabei indes das große Mobilitätsthema autonomes Fahren. Selbststeuernde Autos, Flugtaxis, unbemannte Busse und Bahnen. Kollege Algorithmus soll die Art der Bewegung verändern, Unternehmen wie Tesla und Google sind längst mit Feuereifer bei der Sache. Dennoch investieren die Allianz und Huk-Coburg weiter in den Kfz-Markt.  So haben die Münchener vor kurzer Zeit im Doppelpack zwei Versicherer in Großbritannien gekauft, von denen einer, die Liverpool Victoria Friendly Society, für ihr Kfz-Geschäft bekannt ist. Eine Investition in den Kfz-Markt und dessen Zukunft. Die Huk-Coburg, Kfz-Marktführer hierzulande, hat angekündigt, stärker in Ökosysteme zu investieren, also unter anderem Angebote für Wartung, Reparatur oder Finanzierungen zu entwickeln. Das erfordert Investitionen.

 

Nach Rückzug sieht das nicht aus. Auf die Frage, ob die Unternehmen noch an den Kfz-Markt Glauben, schreiben die Coburger: "Natürlich. Unsere Arbeit dreht sich inzwischen aber nicht mehr allein um die Versicherung. Es geht uns vielmehr darum, ein gesamtes Ökosystem Mobilität anzubieten." Die Allianz Deutschland als Nummer zwei auf dem hiesigen Kfz-Markt schreibt: "Der Individualverkehr wird sich verändern. Aber egal welche Antriebsart oder ob privates oder gemeinschaftlich genutztes Auto, die Fahrzeuge brauchen eine Versicherung." Gleichzeitig wird klargestellt: "Wir gehen von einem weiter leicht wachsenden Markt in den nächsten Jahren aus."

 

An Veränderungen auf dem Markt glauben beide Unternehmen. "Es wird nicht die eine Entwicklung oder die eine Lösung für die Mobilitätsprobleme der Zukunft geben. Technische Entwicklungen werden sich parallel entwickeln, manche davon nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwinden, andere einen nachhaltigen Entwicklungsprozess einleiten", glaubt die Allianz. Nur reine Kfz-Versicherungen will auch die Huk nicht anbieten. "Der Kunde soll automatisch an die Huk-Coburg denken, wenn er mobil sein will." Mit solchen Angeboten will das Unternehmen weiter "organisch wachsen".

Kfz-Markt · Huk-Coburg · Allianz · Assekurata
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