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Allianz will Unfälle mit E-Scootern separat registrieren lassen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit wenigen Wochen sind E-Scooter mittlerweile auf Deutschlands Straßen zugelassen. Da es bereits erste Unfälle mit den neuen Gefährten gegeben hat, will die Allianz diese nun in einer eigenen Unfallstatistik erfassen.

"Vor dem Hintergrund der Unfallerfahrungen der ersten Wochen hält das Allianz Zentrum für Technik für zwingend geboten, E-Scooter-Unfälle ab sofort als eigenständige Verkehrsbeteiligungsart in der Straßenverkehrsunfallstatistik zu führen und sie nicht mit anderen Fahrzeugkategorien zusammenzufassen. Nur so können die Sicherheitsexperten von Beginn an Fehlentwicklungen und typische Unfallmuster erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen empfehlen", fordert der Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG, Jochen Haug, in einer Stellungnahme.

 

"Nur so können die Sicherheitsexperten von Beginn an Fehlentwicklungen und typische Unfallmuster erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen empfehlen. Die Unfallforscher der Allianz gehen von einem Anstieg der Unfallzahlen aus, sowohl bei Kollisionsunfällen als auch bei Alleinunfällen. Die ersten Unfallbilanzen der Polizei weisen vermehrt auf Stürze mit Kopfverletzungen hin. Daher rät die Allianz dringend zum Tragen geeigneter Schutzhelme; auch, wenn keine Helmpflicht besteht, sollte jedem E-Scooter-Freund die eigene Gesundheit vorgehen", ergänzt der Allianz-Manager. 

 

Hintergrund der Forderung sei der Umstand, dass viele "Benutzer völlig ungeübt mit dem neuen Gefährt und seinen fahrdynamischen Eigenschaften" seien. Dabei beruft sich die Allianz auf eine US-Studie, wonach in einer viermonatigen Testphase 2018 in Portland 176 E-Scooter-Fahrer nach schweren Unfällen in den Notaufnahmen der örtlichen Krankenhäuser behandelt werden mussten. Leichtere Unfälle wurden nicht ausgewertet. 

 

Der Bundesrat hatte die E-Scooter im Mai für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen. Mittlerweile sind auch einige Versicherungskonzerne dennoch auf den neuen Trend angesprungen und sehen darin ein neues Umsatzpotenzial. Laut einer aktuellen Yougov-Umfrage im Auftrag der DEVK sind vor allem junge Leute offen für die neuen Fahrzeuge. So können sich 18 Prozent der Deutschen vorstellen, einen E-Scooter zu kaufen. Bei jungen Leuten ist das Interesse größer. Fast ein Viertel der 25- bis 34-Jährigen erwägt demnach einen E-Scooter zu kaufen. Bei Bedarf einen zu mieten, kommt für 13 Prozent der Deutschen infrage.

Allianz Deutschland · E-Scooter
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