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Märkte & Vertrieb

Insurtechs: Gibt es bald das erste deutsche Einhorn?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Freund oder Feind? Traumtänzer oder ernstzunehmende Konkurrenten? Der deutsche Versicherungsmarkt hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Gründer hervorgebracht. Doch nicht alle zählen auch zu den Gewinnern. Von insgesamt 189 Neugründungen seit 2000 sind 49 wieder vom Markt verschwunden oder haben sich anderen Geschäftsfeldern zugewandt. Dies geht aus dem aktuellen "InsurTech-Radar Deutschland 2019" von Oliver Wyman und Policen Direkt hervor.

So halte sich aktuell die Zahl der Neugründungen und der Marktaustritte die Wage, heißt es in der Analyse. "Die erste Welle läuft aus, ein Abflachen des anfänglichen Gründungsbooms ist klar zu erkennen. Gründe dafür sind Insolvenzen, Verkäufe, sowie Pivotierungen von Start-Ups, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf Aktivitäten außerhalb der Versicherungsbranche verlegen. Die Branche ist sehr viel reifer geworden", konstatiert Nikolai Dördrechter, InsurTech-Experte und Co-Autor der Studie.

Quelle: Policen Direkt

Allerdings zeige die Analyse auch, dass einige Insurtechs mit ihren Geschäftsmodellen überdurchschnittlich erfolgreich seien. So zählen die Studienautoren derzeit 20 dieser sogenannten Scale-ups. Der Grund für deren Erfolg liege dabei vor allem strategischen Kooperationen mit etablierten Versicherern, Vertriebsorganisationen und - zunehmend - anderen InsurTechs. "Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung bei den meisten Scale-ups fortsetzen wird. Neben den erfolgreichen Scale-ups beobachten wir aber auch Fälle, in denen gescheiterte Geschäftsmodelle in der Hoffnung, doch noch einen weiteren Investor zu finden oder die bereits aufgebauten Assets in einer Nische profitabel zu bekommen, weiter betrieben werden. Kurz gesagt: es gibt InsurTechs, die 'dahinvegetieren'", sagt Dietmar Kottmann, Partner und Versicherungsexperte bei Oliver Wyman.

 

Zudem sei bislang keine große Welle von Markteintritten aus anderen Ländern festzustellen. Auch eine internationale Expansion deutsche Insurtechs gebe es bislang kaum. Dennoch habe sich mit Lemonade das erste namhafte und hoch finanzierte internationale InsurTech auf das deutsche Parkett gewagt. "Marktstruktur, Wettbewerbsumfeld, Kundenpräferenzen und nicht zuletzt Sprache erschweren einen einfachen Roll-Out eines InsurTech-Geschäftsmodells in ein anderes Land. So verwundert es nicht, dass Lemonade bis dato hierzulande eine seltene Erscheinung ist", ergänzt Dördrechter. 

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