Jobs im Zeitalter der Digitalisierung
Jobs im Zeitalter der DigitalisierungQuelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Märkte & Vertrieb

Banken und Versicherer befürchten die meisten Jobeinbußen durch digitalen Wandel

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In der Finanzindustrie sind die Befürchtungen vor einem Jobverlust durch den digitalen Wandel am größten. So schätzen 67 Prozent der Entscheider in Finanzdienstleistungsunternehmen, dass durch die Digitalisierung die Zahl der Arbeitsplätze im eigenen Unternehmen langfristig sinken wird. Damit sind die Sorgen vor einem Netto-Jobabbau bei Banken und Versicherern deutlich größer als in anderen Branchen, heißt es in einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens Sopra Steria.

Demnach sei der Finanzsektor stärker als andere Branchen von einer Automatisierungswelle durch neue Technologien wie Robotic Process Automation, Blockchain, Data Analytics und Künstliche Intelligenz betroffen. Für fast jeden zweiten Bankmanager (48 Prozent) ist die IT-gestützte Automatisierung laut Analyse die Kostensenkungsmaßnahme Nummer eins, um Einnahmeneinbrüche durch Niedrigzins und Regulierung aufzufangen. Zudem glauben 60 Prozent der Entscheider aus Versicherungsunternehmen, dass die Nachfrage nach vollautomatisierten, digitalen Beratungsangeboten steigen werde. 60 Prozent der Befragten wollen daher das Direktgeschäft über Online-Kanäle im Massengeschäft ausweiten.

 

Gleichzeitig geht man in der Finanzbranche davon aus, dass das enorme Automatisierungspotenzial im Finanzsektor stark zulasten der Bankberater, Versicherungsvermittler sowie der Mitarbeiter im Backoffice gehen würde. Wenig verwunderlich, da die Vermittlerzahlen laut IHK derzeit rückläufig sind. Zudem würden gut geschulten Spezialisten auf das beratungsintensive Geschäft wie Private Banking und Betriebsversicherungen ausweichen. Insgesamt herrsche nach Angaben von Sopra Steria die Sorge, dass unter dem Strich mehr Tätigkeiten wegfallen als neue hinzukommen werden. Jobabbau-Programme der Konzerne, teilweise im vierstelligen Bereich, würden diese Bedenken noch befördern. Gleichzeitig steige jedoch in den kommenden Jahren der Bedarf an IT-Fachkräften. Demnach werden die Banken und Versicherer laut Analyse in den kommenden Jahren Milliardenbeträge in den digitalen Umbau und gründen dafür Digitallabore und eigene Softwarefirmen ausgeben.

 

"Es besteht ein riesiger Automatisierungsbedarf. Bei Kontoeröffnungen oder der Regulierung von Standart-Blechschäden übernehmen nach dem Ausfüllen des Online-Formulars durch den Kunden meist Sachbearbeiter manuelle Prozessschritte. [...] Die langfristigen Auswirkungen auf den Mitarbeiterbestand durch die Automatisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz werden häufig noch deutlich unterschätzt. Vielfach fehlen Masterpläne für eine geordnete Übergangsphase. Die Jobprofile für Bankangestellte müssen angepasst werden. Deutlich mehr Mitarbeiter müssen künftig gestalten und nicht nur ausführen", kommentiert Simon Oberle, Leiter Future Management Consulting bei Sopra Steria NEXT, die Studienergebnisse.

Sopra Steria · Digitalisierung · Finanzindustrie
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