Immobilie in Bochum
Immobilie in BochumQuelle: Bild von Peter H auf Pixabay
Märkte & Vertrieb

Versicherer setzen verstärkt auf Immobilien

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immobilien spielen im Portfolio der Versicherer eine immer größere Rolle. So liegt die Immobilienquote der Versicherungsunternehmen auf einem neuen historischen Höchststand und liegt mit 10,3 Prozent erstmals im zweistelligen Bereich. Dies geht aus dem aktuellen Trendbarometer Assekuranz 2019 von EY Real Estate hervor.

Demnach wollen 70 Prozent der befragten Unternehmen ihre Immobilienbestände weiter erhöhen. Rund drei Viertel geben zudem an, dass die Anlageklasse Immobilien bei ihnen am stärksten ausgebaut werde. Entsprechend sehen 80 Prozent der Versicherer Unternehmen der eigenen Branche als stärkste Konkurrenz - gleich nach privaten Investoren und Family Offices (84 Prozent). Außerdem würden die Versicherungsunternehmen zunehmend auch risikoreichere Investitionen tätigen, heißt es im aktuellen Trendbarometer weiter. Mehr als 70 Prozent der Befragten halten dabei diesen Trend für unumkehrbar. Risikoärmere Immobilieninvestments im traditionell beliebtesten "Core"-Bereich seien heiß umkämpft. Dabei werde die Suche nach geeigneten Objekten aufgrund des mangelnden Angebots immer schwieriger.

 

Dabei liege der Fokus der Versicherer traditionell auf Büroimmobilien. Trotz bereits hoher Preise bleiben jedoch auch Wohnimmobilien für drei Viertel der Befragten attraktiv. Während ein steigen­des Interesse an Logistikimmobilien erkennbar ist (74 Prozent), werden Ein­zelhandelsobjekte weniger stark nachgefragt (48 Prozent). Sogar Infrastruktur­investments sind beliebter (58 Prozent). Gleichzeitig sind offene Immobilienfonds erstmals die beliebteste Anlageform, die von mehr als 70 Prozent der Befragten präferiert wird. Dahinter folgen der fremdgesnutzte Direktbestand (70 Prozent). Auch geschlossene Immobilienfonds (60 Prozent) und alternative Immobilieninvestments (52 Prozent) gewinnen laut EY an Bedeutung.

 

Der geografische Fokus für entsprechende Investments liegt laut EY Trendbarometer klar und deutlich auf Europa (59 Prozent), gefolgt von Asien und Ozeanien (31 Prozent) und Nordamerika (30 Prozent). Afrika wie auch Zentral- und Südamerika spielen für die Assekuranz hingegen keine Rolle. Innerhalb Europas werden klar West- (74 Prozent) und Nordeuropa (65 Prozent) bevorzugt. Deutschland bleibt der favorisierte Markt (96 Prozent), während das einst so beliebte Groß­britannien offenbar unter dem anstehenden Brexit leidet. So schätzen nur noch 19 Prozent der Befragten den britischen Immobilienmarkt als besonders attraktiv ein. Allerdings wird auch Deutschland überwiegend nur noch als "attraktiver" und nicht mehr als "sehr attraktiver" Markt angesehen. "Auch im europäischen Vergleich sinkt die Attraktivität des deutschen Marktes durch das mittlerweile vergleichsweise hohe Preisniveau", konstatiert Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie.

 

Immerhin: "Dieser Höchststand der Immobilienquoten der Versicherer spiegelt die herausgehobene Rolle wider, die Immobilienanlagen in Zeiten eines risikolosen Zinses nahe null eingenommen haben. Der Wertsteigerungsanteil spielt für die Assekuranz und deren Geschäftsmodelle eine nachgelagerte Rolle. Entscheidend ist die Cashflow-Rendite, mit der Versicherer ihre Garantiezinsversprechen auch im anhaltenden Niedrigzinsumfeld halten können", betont der Experte. Dabei spielen neben steuerlichen Fragen und Nachhaltigkeitsaspekten zunehmend auch digitale Aspekte eine zunehmende Rolle. "Langfristige Investitionen, die einen konstanten Cashflow für die Assekuranz erzielen sollen, müssen selbstverständlich auch zukunftsfähig sein. Die digitale Anschlussfähigkeit ist dafür ein entscheidender Baustein", erläutert Fischer.

Ernst & Youmg · Immobilien
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