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Märkte & Vertrieb

Deutsche Versicherer befinden sich im Stimmungstief

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Bei den deutschen Versicherern herrscht augenscheinlich weiter getrübte Stimmung. So geht laut einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens Sopra Steria nur rund jeder vierte Entscheider geht davon aus, dass sich die Branche in den kommenden drei Jahren signifikant besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln wird. Neben einer Abkühlung der Konjunktur erschweren den Versicherungsunternehmen auch Regulierung und die anhaltend niedrigen Zinsen weiterhin das Geschäft.

Eine leichte Entlastung beim Regulierungsdruck können die Versicherer hingegen beim europäischen Regelwerk Solvceny II erwarten, da die EU-Kommission das Thema 2020 neu bewerten will. Zudem wollen die Versicherer die Kosten für künftige regulatorische Anpassungen durch Investitionen in Cloud-Lösungen an die Anbieter auslagern. Fast jede dritte Führungskraft (31 Prozent) verspricht sich dabei mit der Maßnahme automatische Anpassungen an Regulierungen, so die Studie.

 

Beim Vergleich mit anderen Anbietern aus der Branche geben sich die Versicherer indes selbstbewusst: 43 Prozent der Unternehmen halten sich demnach für technologisch und organisatorisch besser gewappnet als ihre direkten Wettbewerber. Zwölf Prozent sehen sich in einer schwächeren Position. Spürbar skeptischer zeigen sich laut Studie hingegen die befragten Vermittler. Demnach schätzen sich nur 32 Prozent besser als ihre Wettbewerber ein, 18 Prozent schätzen sich als schwächer ein. Dabei befürchten die Versicherer vor allem, dass sie sukzessive durch Onlineplattformen und Insurtechs ersetzt werden. Gleichzeitig betrachten 59 Prozent der Versicherer und Vermittler Insurtechs als ernste Bedrohung im Kampf um Marktanteile.

 

Im Gegensatz zu den Versicherungs-Start-ups zeigen sich die Versicherer bei möglichen Wachstumsimpulsen eher ideenlos, so das Consultingunternehmen weiter. So bleiben viele Versicherer auf der Einnahmenseite ihren bisherigen Strategien treu. Für 76 Prozent ist der Gewinn neuer Kunden noch immer das Hauptstandbein für Wachstum. Immerhin: 67 Prozent der befragten Versicherer fokussieren sich parallel verstärkt auf Cross-Selling-Strategien mit Stammkunden. Allerdings streben 61 Prozent der befragten Entscheider eine Vorreiterrolle ihres Unternehmens bei den Themenblöcken Automatisierung, Digitalisierung und Kooperationen an. 


Demnach will mehr als jedes zweite Unternehmen mehr direkte Onlineabschlüsse mit durchgehend digitalen Prozessen ermöglichen und die Schaden-Kosten-Quoten massiv senken. Maßstab im Schadenmanagement sind digitale Versicherer, die bis zu 60 Prozent aller Schäden in Echtzeit und vollautomatisch regulieren. 63 Prozent der Versicherungsmanager sehen große Chancen, mit dem Umstieg auf eine IT-Landschaft aus der Cloud Wachstumsimpulse im Vertrieb zu setzen. 

Wie sehen die Versicherung die Geschäftsentwicklung bis 2022?
Wie sehen die Versicherung die Geschäftsentwicklung bis 2022?Quelle: Sopra Steria

Als Wachstumsgaranten sehen die Versicherungsunternehmen aber auch weiterhin die Vermittler und Makler mit ihrer Nähe zu den Kunden. Mit Blick auf die kommenden drei Geschäftsjahre sehen die befragten Versicherungsführungskräfte zwar einen Rückgang der Vermittlerzahlen zugunsten des Direktgeschäfts über Onlinekanäle. Als Vertriebsmodell der Zukunft erwarten drei Viertel der Befragten allerdings kein Ende der persönlichen Beratung, sondern einen Hybridansatz. Zudem seien die Berater auch weiterhin für viele Versicherungsprodukte unverzichtbar. Allerdings würden diese bei der Anbahnung von Geschäft deutlich stärker als bislang durch Technologien wie Künstliche Intelligenz unterstützt. 

Sopra Steria Consulting
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