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Politik & Regulierung

IFRS17 könnte verschoben werden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das International Accounting Standards Board (IASB) hat verschiedene Änderungen für den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS17 vorgeschlagen. Ziel sei es, die Umsetzung weiter zu unterstützen, indem die Kosten für die Umsetzung des Standards gesenkt werden. Zudem soll es den Unternehmen erleichtert werden, ihre Ergebnisse bei Anwendung des Standards zu erläutern.

Daher hat das IASB ebenfalls vorgeschlagen, die Erstanwendung von IFRS17 auf den 1. Januar 2022 zu verschieben. Die meisten Unternehmen, die nach IFRS bilanzieren, müssen seit 2018 Finanzinstrumente nach dem Standard IFRS 9 abbilden. Allerdings waren einige Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen davon befreit. Diese sollten die Bilanzierung von Kapitalanlagen - das sind weitestgehend Finanzinstrumente - und von versicherungstechnischen Rückstellungen gleichzeitig umstellen dürfen. Nicht eingegangen ist das IASB hingegen auf den Vorschlag aus der Branche, auf die Anpassung der Vergleichszahlen für das Vorjahr zu verzichten. Den Versicherern könnten dadurch signifikante Umstellungsaufwendungen erspart bleiben, heißt es bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

 

"Mit den Vorschlägen des IASB zur Änderung des IFRS 17 haben wir nun ein vollständiges Bild, wie der anzuwendende Standard aussehen wird. Für alle Versicherer mit Projektmüdigkeit ist das ein Weckruf, den Projektfortschritt zu beurteilen und das Projekt wiederzubeleben. Die Änderungen helfen, aber die Umsetzung von IFRS 17 ist nach wie vor sehr komplex und erfordert substanzielle Anstrengungen", kommentiert Mary Trussell, Partnerin bei KPMG und global für die Umsetzungsprojekte verantwortlich.

 

"Die Vorschläge dürften die Versicherer insgesamt erfreuen. Das zusätzliche Jahr gibt ihnen die notwendige Zeit um ihre Umsetzungsprojekte abzuschließen und die Änderungen lösen zahlreiche  Probleme in der Praxis. Dazu gehören die Verteilung von Abschlusskosten auf die erwartete Laufzeit von Verträgen und die Möglichkeit, Gewinne aus Rückversicherungsverträgen zu zeigen, wenn sie Verluste aus dem Bruttogeschäft ausgleichen. Das bildet die wirtschaftlichen Zusammenhänge besser ab", ergänzt KPMG-Partner Joachim Kölschbach.

 

Und Frank Ellenbürger, Bereichsvorstand Versicherungen bei KPMG, meint: "Es ist entscheidend, dass die Versicherer sich dessen bewusst sind, dass IFRS 17 trotz der Änderungen hohe Anforderungen an die Datenerfassung, Systeme, Prozesse und Kontrollen stellt. Die Auswirkungen werden über das Rechnungswesen hinaus spürbar sein: in Aktuariat, IT, Risikomanagement, Investor Relations bis in HR."

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