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JustitiaQuelle: Bild von Sang Hyun Cho auf Pixabay 
Politik & Regulierung

Versicherungsmakler verrechnet sich bei Versicherungsbetrug

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das nennt man wohl dumm gelaufen: Ein Versicherungsmakler wollte sich mit gefälschten Verträgen Provisionen über rund 200.000 Euro ergaunern. Dafür hatte der heute 57-Jährige rund 100 Verträge fingiert. Der Haken: Um seinen Betrug zu vertuschen, zahlte er jeden Monat fleißig Beiträge in die Verträge ein - und zwar aus eigene Tasche.

Dabei scheint sich der studierte Ökonom augenscheinlich ziemlich verkalkuliert zu haben. Weil er die Provision hätte zurückzahlen müssen, wenn die Verträge innerhalb von 60 Monaten gekündigt worden wären, zahlte er die Versicherungsprämien jeden Monat von seinem eigenen Konto, berichtet die Neue Presse. Das Problem dabei: Die ausgezahlten Provisionen hätten nie ausgereicht, um alle Beiträge 60 Monate lang zu bedienen und am Ende noch etwas übrig zu behalten. Kein Wunder also, dass der Versicherer ihm irgendwann auf die Schliche kam und im August 2016 auf die Unregelmäßigkeiten aufmerksam wurde.

 

Immerhin zeigte sich der 57-Jährige vor Gericht wohl einsichtig. "Ich habe über meine Verhältnisse gelebt, aber es ging nicht um Luxus", betonte der Familienvater im folgenden Prozess vor dem Amtsgericht Burgwedel. Vielmehr habe er damit das Leben seiner Patchworkfamilie samt sieben Kindern von dem Geld finanzieren wollen. Da er sich letztlich geständig zeigte, fiel das Urteil vergleichsweise milde aus: Zwei Jahre auf Bewährung und 300 Sozialstunden muss der nun ehemalige Versicherungsmakler ableisten. Seine entsprechende Zulassung ist er nämlich los - und seinen Lebensunterhalt verdient er derzeit mit einem Bürojob.

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