Psychische Erkrankung
Psychische ErkrankungQuelle: Pixabay
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Stiftung Warentest kürt die besten BU-Versicherer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Psychische Erkrankungen sind derzeit die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Erst kürzlich wurde Burnout von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als psychische Erkrankung eingestuft. Doch wer bietet den vermeintlich besten Schutz gegen Berufsunfähigkeit? Die Stiftung Warentest hat nun 59 Angebote unter die Lupe genommen. 35 erhielten dabei die Bestnote "sehr gut".

Dabei scheint das Fazit der Prüfer durchaus positiv auszufallen: Bis auf einen "befriedigenden" Versicherer - die Bayerische - erhalten alle das Qualitätsurteil "sehr gut" oder "gut".  Testsieger ist laut Analyse die Hannoversche mit ihrem Tarif SBU 19 und der Note 0,8 vor der Allianz (Tarif SBU Plus OBUU E356 - Note: 0,9) und der Barmenia (Tarif SBU SoloBU - Note: 1,0). Allerdings seien die schlimmsten Tarife gar nicht erst bewertet worden, sondern nur die "Crème de la Crème". Für die Analyse gingen die Tester der Stiftung Warentest von drei Modellkunden (Controller (w/m/d), Alter 30 Jahre: 2 000 Euro. Industrie­mechaniker (w/m/d), Alter 25 Jahre, ein Kind: 1 500 Euro. Arzt­helfer (w/m/d), 25 Jahre: 1 000 Euro) aus. Die Versicherungsbedingungen flossen zu 75 Prozent in den Test ein, die Anträge zu 25 Prozent.

Vorurteile gegenüber der Vorsorge

Allerdings scheinen bei vielen Bundesbürgern noch entsprechende Vorurteile gegenüber einer BU-Versicherung vorhanden zu sein, wie aus einer aktuellen Umfrage der Continentale unter 1.348 Berufstätigen, Studenten und Auszubildenden hervorgeht. Demnach sehen aktuell nur 16 Prozent für sich ein echtes Risiko, einmal berufsunfähig zu werden. 64 Prozent der Befragten meinen, auch mit einer Unfallversicherung vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit geschützt zu sein. Als weitere Optionen nennen 68 Prozent Immobilien, 66 Prozent Sparen, 51 Prozent eine Lebensversicherung und 49 Prozent eine private Krankenzusatzversicherung.

Quelle: Continentale
"Mangelnde Informiertheit ist beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung vermutlich weiterhin die größte Hürde."
Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund

Zudem herrschen laut Studie noch immer einige Vorurteile unter den Befragten vor. So fürchten 44 Prozent, der Versicherer leiste bei selbstverschuldeten Unfällen nicht, obwohl das nicht stimmt. Darüber hinaus glauben 42 Prozent, die privaten und gesetzlichen Leistungen werden verrechnet. 63 Prozent sagen zudem, der Versicherer zahle im Ernstfall meistens nicht, weil er sich auf irgendwelche Klauseln beziehe. So besitzen laut Studie lediglich 36 Prozent der Befragten eine entsprechende BU-Versicherung. 61 Prozent haben keine entsprechende Police abgeschlossen.

Psychische Erkrankungen sind BU-Ursache Nummer eins

Das psychische Erkrankungen auch für BU-Versicherer immer mehr zu einem Problem werden, zeigte jüngst eine aktuelle Studie der Swiss Life Deutschland. Demnach sind psychische Leiden über viele Berufsgruppen hinweg seit Jahren auf dem Vormarsch und die Ursache Nummer eins für eine Berufsunfähigkeit (BU). Dabei sind Frauen deutlich stärker davon betroffen als Männer. Demnach sind psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen sind mittlerweile mit 37 Prozent die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit, also dem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben. An zweiter Stelle stehen Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 24 Prozent, gefolgt von Unfällen mit knapp 14 Prozent. Es folgen Krebs mit neun Prozent, Herz-/Kreislauferkrankungen mit acht Prozent und mit jeweils vier Prozent als BU-Ursachen Innere bzw. sonstige Krankheiten. 
Häufigste Ursachen für Berufs- und Erwerbsunfähigkeit
Häufigste Ursachen für Berufs- und ErwerbsunfähigkeitQuelle: GDV
Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) waren knapp 29 Prozent aller Fälle von Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit im Jahr 2017 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Frauen (34 Prozent) und Männern (26 Prozent). Anders sieht es bei Unfällen aus, da Männer häufiger Berufe haben, die mit schwerer körperlicher Beanspruchung verbunden sind. So sind Unfälle, die insgesamt neun Prozent aller Versicherungsfälle ausmachen, bei Männern mit 11,5 Prozent häufiger als bei Frauen mit rund fünf Prozent. Krebs ist die Ursache in knapp 24 Prozent aller Fälle bei den Frauen und rund 16 Prozent bei den Männern (insgesamt knapp 19 Prozent).
Stiftung Warentest · Finanztest · Berufsunfähigsversicherung
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