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1860-Investor Ismaik liefert sich öffentliches Wortgefecht mit Bayerische-Vorstand

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Pünktlich zur Sommerpause herrscht bei den Münchener Löwen mal wieder dicke Luft. Der Grund sind diesmal die Pläne der Bayerischen, ihr Sponsoring beim Fußball-Drittligisten weiter auszubauen. Für 1860-Investor Hasan Ismaik offenbar Grund genug, in den sozialen Medien scharf gegen Vorstand Martin Gräfer zu schießen.

Hintergrund des neuerlichen Machtkampfes hinter den Kulissen des TSV 1860 München sind die Pläne der Bayerischen, ihr Sponsoring beim Münchener Traditionsverein zu erhöhen. Nach Informationen der Abendzeitung München (AZ) soll es dabei vor allem um zwei Pakete gehen: Zum einen soll das bisherige Hauptsponsoring von 700.000 Euro auf etwa 1,1 Mio. Euro jährlich erhöht werden. Zum anderen will der Versicherer die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der Löwen für 500.000 Euro für zwei Jahre erwerben. Das Ziel: Mit dem frischen Geld sollen die kurzfristigen Verpflichtungen von zwei Spielern, einem Innenverteidiger und einem Stürmer, ermöglicht werden.

 

"In den vergangenen Tagen haben wir mit der Geschäftsführung der KGaA die inhaltlichen Details unseres erweiterten Sponsoringengagament abgestimmt. Ich denke, dass in der nächsten Woche die schriftlichen Vereinbarungen unterzeichnet werden können", ließ Bayerische-Vorstand Gräfer vor wenigen Tagen die Löwenfans in einem öffentlichen Rundbrief wissen.

 

Darin heißt es weiter: "Damit sollte die sportliche Leitung über mehr Handlungsspielräume verfügen. Sicher wird die nächste Saison sehr anspruchsvoll, offen gestanden freuen wir uns jedoch schon auf die Spiele insbesondere auf die Heimspiele in einer unvergleichbaren Atmosphäre im Grünwalder! Wir sind optimistisch und guten Mutes, dass die Löwen auch in der nächsten Saison bestehen werden. Wir drücken dem Team um und mit Daniel Bierofka feste die Daumen und sind hier voller Vertrauen." Zudem gehe er "davon aus, dass wir Details zu unseren Vereinbarungen in den nächsten Tagen berichten werden."

 

Gleichzeitig nahm er 1860-Geschäftsführer Michael Scharold öffentlich gegen Insvestor Ismaik in Schutz: So arbeite man "seit dem dramatischen Doppelabstieg und den darauf folgenden Rettungsmaßnahmen gerne und konstruktiv zusammen. Neben Markus Fauser hat er, nach unserer Wahrnehmung, in dieser kritischen Phase eine besonders wichtige Rolle eingenommen. Wir schätzen auch die durch Günther Gorenzel eingebrachte Kompetenz."

Ismaik schießt scharf zurück

Investor Hasan Ismaik interpretiert dies hingegen in einem Facebook-Post als "als perfekt abgestimmte Wahlhilfe." Und weiter heißt es: "Aber wie sich Herr Gräfer seit geraumer Zeit in Szene setzt, geht weit über den Aufgabenbereich eines Sponsors hinaus. Ich sehe Gräfers Worte als reine Provokation. Es steht ihm weder zu, die Geschäfte bei 1860 lenken zu wollen, noch unserem Trainer Daniel Bierofka Tipps zu geben. Gräfer benutzt die Bühne 1860 als One-Man-Show. Herr Gräfer hat verkündet, dass die Sponsor-Erweiterung zwischen der Bayerischen und dem TSV 1860 demnächst unterschrieben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Geschäftsführung unseres Klubs dies ähnlich beurteilt. Die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 stehen auch mit zeitlicher Begrenzung nicht zum Verkauf." 

 

Vielmehr lasse man sich "von der Bayerischen nicht unter Druck setzen und schon gar nicht vorführen oder gegeneinander ausspielen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diese Versicherung seit 2017 ein besonderes Verhältnis zu den e.V.-Verantwortlichen pflegt. Die Bayerische hat die schwierige Situation vor zwei Jahren ausgenutzt und für einen überschaubaren finanziellen Einsatz sehr viel Leistung bekommen, u.a. auch einen Platz im Aufsichtsrat", poltert Ismaik weiter.

Löwen schießen zurück

Die Löwen selbst verurteilten indes die "öffentlichen Angriffe" Ismaiks gegen den Hauptsponsor. "Sie sind nicht nur in ihrer Form völlig inakzeptabel, sondern auch sachlich falsch", heiß es in einer Mitteilung. Offen ist nun, wie der Verein auf die neuerliche Kritik des Jordaniers reagieren wird. Laut einem Bericht der AZ soll Vereinspräsident Robert Reisinger nun 50+1 gezogen haben, damit die neuen Sponsoringverträge mit der Bayerischen über insgesamt 800.000 Euro unterschrieben werden können. Damit soll laut Bericht unter anderem die Verpflichtung von Regionalliga-Torjäger Sascha Marinkovic ermöglicht werden.

 

Neuer Ärger mit Investor Ismaik scheint damit nun wahrscheinlich. Auf der Mitgliederversammlung des TSV 1860 München am 30. Juni dürfte der öffentliche Streit sicherlich ebenfalls auf der Tagesordnung stehen.

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