Bild weg - Kunstdiebstahl macht Kurator reich
Bild weg - Kunstdiebstahl macht Kurator reichQuelle: Rainer Sturm / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Wenn's keiner merkt, ist's auch nichts gestohlen – Axa-Kurator mopst Gemälde in Millionenhöhe

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kunstwissen schützt vor Strafe nicht. Ein Kurator der Axa Schweiz wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Veruntreuung verurteilt. Er hatte über Jahre Kunstwerke von Sammlungen des Versicherers und Kunden abgezweigt und auf eigene Rechnung verkauft. Das Gericht rügte die Axa wegen ihrer laschen Kontrollmechanismen.

Die Richterin wandte sich beim Urteil direkt an den Versicherer: "Sie trifft ein kleines Mitverschulden, denn die internen Kontrollmechanismen funktionierten nicht. Und der Täter ging nicht besonders raffiniert vor."

 

Das ist sicherlich richtig, der für die Pflege von Kunstsammlungen zuständige Kurator zweigte in einem achtjährigen Zeitrahmen schlicht rund 80 Kunstwerke von Sammlungen und Kunden ab und verkaufte sie auf eigene Rechnung. Das ist sicherlich kein raffiniert ausgetüftelter Masterplan. Warum der Kunstwerkschwund über Jahre weder den Versicherten noch der Axa auffiel, bleibt rätselhaft.  

 

Der Täter und das Urteil

 

Der stehlende Kunsthistoriker hatte wohl psychische Probleme, die sein Wirken nicht entschuldigen, aber wohl teilweise erklären. Selbst die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die bipolare Störung, die zu psychischen Hochs- und Tiefs führt, berücksichtigt werden muss. Das war aber nicht ausreichend, um ihn für schuldunfähig zu erklären, wie die Verteidigung forderte.

 

Die entwendeten Kunstwerke der Axa Winterthur sowie einzelner Kunden hatten einen Gesamtwert von rund 1,1 Millionen Franken, das führte am Ende zu einer Strafe von 39 Monaten wegen Veruntreuung.

 

Der Versicherer möchte nun prüfen, ob Schadenersatzforderungen möglich sind. Viel Hoffnung besteht nicht, der Landbote meldet, dass vom ergaunerten Geld nichts mehr übrig ist. Der Kurator hatte mit den Kunstgegenständen einen eignen Handel aufgezogen und mit dem ergaunerten Geld zudem eine Kunstschreinerei gegründet.

 

Aufkleber als Sherlock

 

Wie das Verbrechen am Ende aufgeklärt wurde, setzt dem Fall die Krone auf. Ein Kunstkäufer entdeckte bei einer Internetauktion an einem Kunstwerk einen Axa-Aufkleber. Er fragte, ob die Auktion rechtens sei. Sie war es nicht.

 

Der Versicherer kündigte als Konsequenz des Falles an, die Kontrollmechanismen im entsprechenden Bereich zu verstärken.

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