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Politik & Regulierung

Versicherungsnehmende Wirtschaft (GVNW) poltert gegen Silent Cyber

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Sowohl die Bafin als auch die Rating-Agenturen sehen eine Bedrohung durch scheinbar versteckte Cyber-Risiken in ihrem Industrieversicherungsbestand. „Die Versicherer versuchen einerseits ihren Kunden separate Deckungen schmackhaft zu machen, andererseits haben zumindest einige ihre Intention bekräftigt, bestehende Verträge auf eben solche „non-affirmative“ Cyber-Risiken zu überprüfen und den Kunden danach mitzuteilen, ob diese weiterhin so bestehen können oder nicht“, kritisiert der GVNW. Dieses Vorgehen erinnere sehr stark an das doch umstrittene zu den Themen Umwelt- bzw. Terrorversicherungen in der Vergangenheit.

Laut Geschäftsführer Reiner Siebert sei die Angebotslage im „neuen“ Markt Cyberversicherung aus Sicht der versicherungsnehmenden Wirtschaft unter Druck gekommen ist. Ohnehin schon beschränkte Kapazitäten würden derzeit von den Anbietern reduziert, und das hierfür kalkulierte Prämienniveau steige.

 

„Gefahren gehen nicht nur von Hackern aus, die Daten stehlen und Institutionen lahmlegen können. Gefahren schlummern möglicherweise auch im eigenen Versicherungsbestand – und zwar auf der Deckungsseite. Risiken aus Verträgen, in denen eine Deckung von Cyber-Risiken nicht explizit ein- oder ausgeschlossen wird, nennt man non-affirmative Cyber-Risiken. Im Jahr 2019 wollen wir die Branche hierfür besonders sensibilisieren“, sagt Bafin-Versicherungschef Dr. Frank Grund.

 

Unter „non-affirmative (oder auch silent) Cyber Deckungen“ verstehen Versicherer die nicht intendierte und vor allem auch nicht in der Prämie kalkulierte Mitversicherung von Cyberrisiken in einer oder in mehreren der traditionellen Versicherungssparten, also außerhalb einer eigenständigen Cyberversicherung. Hinter diesem Begriff verbergen sich Risiken aus der Cyber-Exponierung von Unternehmen, die vom Erstversicherer „entweder noch gar nicht erfasst oder aber nicht ausreichend eingeschätzt wurden.

 

 

Aus sich des GVNW muss jeder Ansatz in Frage gestellt werden, der zur Folge habw, dass aus einem Problem der Versicherer, ein (ausschließliches) Problem der versicherungsnehmenden Wirtschaft gemacht werde. „Insbesondere werden wir im Interesse unserer Mitglieder jedem pauschalen Ansatz eines Re-Underwritings und Ausschlusses von Cyberrisiken in (Allgefahren-) Deckungen deutlich entgegentreten, die ein solches, neu entstehendes Risiko eben gerade mitversichern sollen. Und ebenfalls werden wir nicht akzeptieren, dass eine Erhöhung von nicht auskömmlich gehaltenen Cyberversicherungsprämien durch die Hintertür einer Diskussion über „non affirmative“-Cyber stattfindet“, warnt Siebert.

 

Vor diesem Hintergrund appelliert der GVNW an die Versicherer, das Thema „non affirmative“-Cyber mit offenem Visier und transparent zu adressieren.

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