Solvency II - alles eine Frage der Prozent?
Solvency II - alles eine Frage der Prozent?Quelle: Tony Hegewald  / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Map-Report: Ein Dutzend Versicherer erreicht keine 100%-Solvency-Quote

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Alles gut in der deutschen Versicherungslandschaft gemäß Solvency II. Die Lebensversicherer bauen ihre Kapitalausstattung im dritten Berichtsjahrgang weiter aus. Die private Krankenversicherer verzeichnen zwar eine leicht rückläufige Bedeckungsquote, behaupten sich aber "auf hohem Niveau".

Den Solvency-Quoten der Versicherer haben sich die Macher des Map-Report 909 gewidmet. Dabei kommt es auf Details an, weiß Reinhard Klages, Chefredakteur des Berichtes. "Quote ist nicht gleich Quote“, erläutert er. "Je nachdem, wie die Quote ermittelt wurde, kann das Ergebnis leicht um mehrere hundert Prozent abweichen."

 

Im Gesamtmarkt Leben hat sich die Solvenzquote positiv entwickelt. Ohne Übergangsmaßnahmen beträgt sie mittlerweile 234,6 Prozent, im Vorjahr betrug der Wert 227,4 Prozent. Ganz oben platzieren sich Europa mit 912,1 Prozent und Dialog mit 769,1 Prozent, die allerdings vornehmlich auf die Risikolebensversicherung setzen.

 

Am anderen Ende der Skala verfehlen aktuell ein Dutzend Versicherer die 100 Prozent Marke. Vor der Insolvenz stehen sie damit aber laut Map-Report "noch lange nicht". Es mangelt ihnen nicht an Eigenmitteln, sondern an Risikotragfähigkeit. Gemessen an ihrer aktuellen Bestandsmischung verfügen sie nicht über ausreichend Kapital, um eine Situation zu überstehen, die rechnerisch in einem von 200 Jahren eintritt.

 

Die PPKV steht solide da

 

Private Krankenversicherer zeigen sich für Solvency II vergleichsweise gut gerüstet, schreiben die Herausgeber der Untersuchung, Denn anders als die Lebensversicherer können sie "ihre Beiträge bei Bedarf erhöhen". Auf diese Weise "schultern nicht sie selbst, sondern ihre Versicherten einen Großteil des Risikos". Das schlägt sich in hohen SCR-Quoten nieder. Dabei liegt die Bandbreite zwischen 988,8 Prozent (FAMK) und 179,4 Prozent bei der Ergo Direkt.

 

Das die Quote weder in der LV noch in der PKV ein allsagender Indikator ist, weiß Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-Reports. "Wie jede Kennzahl kann auch die Solvenzquote nur ein Merkmal von vielen zur Unternehmensbewertung sein. Sie ersetzt weder ein klassisches Rating, noch sagt sie etwas über Produktqualität aus. Es bleibt eine zentrale Aufgabe von Vermittlern, ihre Kunden im jeweiligen Einzelfall über Besonderheiten zu informieren."

 

Der Map-Report Nr. 909 – „Solvabilität im Vergleich“ ist ab sofort lieferbar.

Solvency II · Lebensversicherungsmarkt · PKV · Eiopa
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