DEVK-Vorstand mit Pressesprecherin
DEVK-Vorstand mit PressesprecherinQuelle: Monika Lier
Unternehmen & Management

DEVK: Kraftfahrtgeschäft treibt Wachstum

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Kölner wollen stark wachsen. Nach einem unterdurchschnittlichen, aber ertragsstarkem Jahr 2018 will die DEVK mit aktiver Rück- und innerdeutscher Schaden- und Unfallversicherung wieder deutlich schneller als der Markt zulegen. "Eine Größenordnung von fünf Prozent Plus ist durchaus im Bereich des Möglichen", sagte Vorstandschef Gottfried Rüßmann am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz.

Die Gruppe wuchs 2018 um 3,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro Bruttobeitrag. Dank einer Combined Ratio von 93,9 (95,4) Prozent sowie einem Sondereffekt in der Lebensversicherung verbesserte sich das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit auf 191 (148) Millionen Euro. Die Auflösung konzerninterner Rückversicherungsverträge zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (ZZR) brachte einen Sonderertrag von 60 Millionen Euro. Infolge der Änderung der Berechnungsmodalität zur ZZR macht die Rückversicherungslösung nach Unternehmensangaben keinen Sinn mehr.

 

Das Neugeschäft der ersten vier Monate 2019 liege um 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Rüßmann schreibt das Plus "der guten Anbündelung von Kraftfahrtgeschäft an andere Sparten zu". Hier habe man die Vermittler mit technischen Hilfsmitteln und Motivation (in Form entsprechender Rabatte und Provisionen) unterstützt. Im Jahreswechselgeschäft 2018/19 gewann die Nummer fünf unter den deutschen Kraftfahrtversicherern 11.648 Verträge hinzu. Nachdem in der vorherigen Saison rund 40.000 Verträge verloren gegangen waren, hatte die DEVK im Frühjahr 2018 einen Tarif mit einem Preisabrieb von drei bis vier Prozent auf den Markt gebracht, der seither durchgehalten wird. "KFZ geht nur über den Preis", so Rüßmann. "Etwas über 70 Prozent" des Wechselgeschäfts kommt bei den Kölnern über Check24.

 

Die über eine eigene Gesellschaft vom Kölner Stammsitz sowie über die Schweizer Tochter Echo betriebene Rückversicherung wuchs 2018 im Fremdgeschäft um gut 20 Prozent auf 382,5 Millionen Euro Bruttobeitrag und soll 2019 rund 450 Millionen Euro zeichnen. Die Rückversicherung macht bereits 11,1 Prozent der Bruttobeiträge des Konzerns aus. "Diese Entwicklung soll sich kontinuierlich fortsetzen, ohne dass wir hier übermäßigen Risiken eingehen wollen", sagte Rüßmann. Zum Beweis der vorsichtigen Zeichnungspolitik wird auf eine Ablehnungsquote von 35 Prozent bei US-Risiken verwiesen. Die SCR-Bedeckungsquote von 332 (279) Prozent in der Gruppe (mit Volatilitätsanpassung und Rückstellungstransitional) ermögliche die Übernahme weiterer Risiken, so Rüßmann. Die DEVK Rückversicherungs- und Beteiligungs-AG kommt gar auf eine SCR-Quote von 391 (382) Prozent, wird von Standard & Poor´s sowie Fitch aber nur mit „A+“ bewertet. "Damit sind wir nicht zufrieden", sagt Finanzvorstand Bernd Zens. Wettbewerber wie die Swiss Re, die R+V, die Hannover Re, die Munich Re, Scor und die Gen Re AG würden mit geringeren SCR-Quoten besser eingestuft. "Wir werden mit S&P über deren Methodik reden", kündigte er an. Außerdem sei man im Hinblick auf weiteres Geschäft in den USA mit AM Best für ein Rating im Gespräch. "Vielleicht bringt dies ja auch Bewegung hinein", so Zens.

 

Die beiden Lebensversicherer der Gruppe haben 2018 im Neugeschäft wie auch im Bestand rund drei Prozent eingebüßt, was vor allem damit begründet wird, dass einige Bankpartner Restschuldversicherungen auf die R+V umgedeckt hätten. Auch für 2019 wird in der Lebensversicherung mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Beim Kapitalanlageergebnis, das 2018 mit 594 Millionen Euro gruppenweit unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf Aktien um ein Fünftel unter dem Vorjahr lag, wird mit einem Zuwachs gerechnet. 

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