Auch Ärzte machen Fehler - haften sie dafür zu selten?
Auch Ärzte machen Fehler - haften sie dafür zu selten?Quelle: Thommy Weiss / www.pixelio.de / PIXELIO
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Bleiben Falschbehandlungen oft ohne rechtliche Folgen?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Laut Zahlen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen ist es 2018 in rund 2.800 Fällen zu Falschbehandlungen mit gesundheitlichen Schäden gekommen. Das diese Fehler zu selten angezeigt und verfolgt werden, sagt Hanns-Ferdinand Müller, Vorstand des Prozessfinanzierers Foris AG.

Die 2800 Fälle wären in Wahrheit nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer dürfte laut Foris "deutlich höher liegen". Noch schwieriger als der Nachweis eines Behandlungsfehlers sei in der Folge oft der Kampf um Schadenersatz. "Zu der mit einem solchen Verfahren verbundenen psychischen Belastung, kommt ein hohes Kostenrisiko. Insbesondere bei Geburtsschäden oder schweren Dauerschäden sind die Betroffenen zudem in erster Linie damit beschäftigt, sich auf die geänderten Lebensbedingungen einzustellen. In der Konsequenz verzichten etliche Geschädigte dann lieber ganz auf eine Klage", erklärt Müller.

 

Ein weiterer Grund seien die hohen Kosten eines Rechtsstreites. "Die aufgrund der oft hohen Streitwerte sowieso bereits hohen Verfahrenskosten, also für Anwälte und Gerichte, werden in Prozessen über Behandlungsfehler durch einige Faktoren noch weiter nach oben getrieben", erklärt der Vorstand. Zu nennen seien hier etwa gerichtlich bestellte Gutachter." Hinzu komme die Gefahr, bei einer Niederlage die Prozesskosten der Gegenseite tragen zu müssen. Das ist für viele betroffene Patientinnen oder Patienten ohne Unterstützung finanziell schlicht nicht tragbar", sagt Müller.

 

Weiterhin würden die Ärzte beziehungsweise deren rechtliche Vertreter, zu denen im Rahmen der Berufshaftpflicht wohl auch Versicherer zu zählen sind, die Prozesse verschleppen. Foris finanziere Fälle, bei denen die Verfahren nach fast vier Jahren immer noch in der ersten Instanz seien.

Rechtssicherheit · Foris AG · Hanns-Ferdinand Müller
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