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Märkte & Vertrieb

Aktuarielle Transformation: Markttransparenz, neue Technologien und anspruchsvollere Verbraucher geben den Ton vor

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Von Dr. Andreas BecksTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
„Hallo, Herr Kaiser!“ Von den 1970er-Jahren bis in die frühen 2000er kam der wohl bekannteste Versicherungsvertreter vor jeder Tagesschau in das Wohnzimmer deutscher Verbraucher. Er verkörperte Vertrauen, Nähe und Fairness. Egal ob Unfall-, Sach-, Haftpflicht- oder Kfz-Versicherung: Günter Kaiser wusste, was Sache ist. Dank der großen Vergleichsportale ist er nun im Ruhestand.
Und die haben auch erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft der Komposit-Versicherer. Sie müssen sich, wie es The Boston Consulting Group in ihrem Bericht über die wachsende Bedeutung der Preisgestaltung formuliert, „mit besseren und dynamischeren Preisen wirksam an die neue technologische, markt- und verbraucherseitige Komplexität anpassen, wenn sie ihre Marktposition in der Versicherungswirtschaft sichern wollen." 
 

Permanenter Preisvergleich fordert Agilität

Die digitale Wirtschaft von heute sorgt eben für erhebliche Markttransparenz, und die zunehmende Präsenz von Online-Versicherungsaggregatoren treibt den Markt in einen permanenten Preisvergleich. Dies macht eine schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf die eigenen Tarife erforderlich. Technologie-Disruptoren, externe Datenanbieter und das Internet of Things (IoT) sowie Wearables und Telematikdienste geben Versicherungsunternehmen zudem die Möglichkeit, innovative Preismodelle zu entwickeln. Dies umfasst dynamische Preisgestaltung, bessere Risikoeinschätzung und den passenden Rabatt je nach Zahlungsbereitschaft, Kaufabsicht oder Abwanderungswahrscheinlichkeit. Und nicht zuletzt schlägt zu Buche: Anspruchsvollere Verbraucher sind nun offen für neue Wertversprechen, die auf individuellen Variablen basieren (Mobilitätsmuster, begrenzte Abdeckung) und schon aus diesem Grund dynamische Preisstrukturen erfordern.
 

Was bedeutet das für Versicherer?

Oft sind solche (oder ähnliche) Aussagen von Verantwortlichen verschiedener Sachaktuariate zu hören:
 

„Wir müssen uns schneller an den Markt anpassen – momentan dauert es vier Monate, bis wir einen Tarif eingeführt haben.“
 

„Wir müssen relevant und wettbewerbsfähig bleiben, also brauchen wir transparentere Preismodelle.“
 

„Wir müssen den Gewinn aus dem aktuellen Policenbestand verbessern, indem wir unseren Kunden den optimalen Preis zuweisen.“
 

„Wir müssen unseren Kundenstamm schützen.“
 

Mit anderen Worten: Versicherer benötigen neue Fähigkeiten in der Tarifierung, um die Genauigkeit der technischen Preisgestaltung zu verbessern. Sie wollen bessere Optimierungsmöglichkeiten für die Beitragsanpassung, um den maximalen Gewinn aus bestehenden Portfolios zu erzielen. Sie benötigen Preisfindungsfunktionen in Echtzeit, um Underwriting Engines für den agilen Tarifeinsatz einzusetzen.
 

Um in diesem sich wandelnden Markt wettbewerbsfähig zu sein, müssen Versicherer den Rate-Making-Prozess weiterentwickeln und neue Fähigkeiten hinzufügen:
 

  • schnellere Entwicklung von Tarifmodellen durch eine agile Methodik einschließlich maschineller Lerntechniken,
  • die schnellere Bereitstellung von Tarifen in der Produktion mit der Option, komplexe Modelle zur Preisoptimierung in Echtzeit einzubetten, zusammen mit einer Model-Governance-Lösung,
  • Optimierung der Bestandsbeiträge,
  • Zugriff auf leistungsstarke Simulationsmöglichkeiten.
     

Die Spanier machen es vor

Ist das alles nur Theorie? Auf keinen Fall, wie das Beispiel der spanischen Versicherungsgesellschaft Caser Seguros zeigt. Caser Seguros bietet eine breite Palette von Versicherungsprodukten für Haus, Auto, Gesundheit, Leben etc. Die wichtigsten Herausforderungen für die Spanier: Langsame Preisbildungs- und Zeichnungsprozesse wirkten sich negativ auf den Umsatz und das Ergebnis aus. Und natürlich galt es, trotz Preiskampf zwischen den Versicherungsunternehmen und einem wirtschaftlichen Abschwung Kunden zu gewinnen und zu binden. Mit Unterstützung von SAS gelang dem Versicherer eine Verbesserung der Kundenbindung um 50 Prozent in wichtigen Kundensegmenten – trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation. Die Bestandsbeiträge konnten durch eine Beitragsanpassung und Underwriting-Prozess optimiert werden. Caser Seguros kann mit SAS Markttrends analysieren, Preise und Produkte von Wettbewerbern bewerten sowie Preis- und Zeichnungsentscheidungen in Echtzeit treffen. Alles in allem bedeutet das: eine schnellere Anpassung an die aktuellen Marktbedingungen.
 

Was kommt nach Herrn Kaiser?

Nun, da Herr Kaiser in Rente ist, geht es um wettbewerbsfähige Tarife, optimierte Portfolios und Preisfindung in Echtzeit. Was wäre, wenn Versicherungsunternehmen das Potenzial moderner maschineller Lernalgorithmen voll ausschöpfen und die Reifegrade ihrer Tarifierungs- und Preisbildungsprozesse erhöhen könnten? Mit besseren Methoden können genauere Risikoeinschätzung und „schärfere“ Tarife gestaltet werden – das erhöht die Margen. Was wäre, wenn Aktuariate robuste, effiziente und wiederholbare Prozesse durch den Einsatz einer standardisierten und einheitlichen Plattform bereitstellen könnten? Sie könnten ihren Durchsatz deutlich erhöhen und ihre Ressourcen besser nutzen. Und was wäre, wenn Versicherungen eine flexible Echtzeit-Engine für eine schnelle Tarifbereitstellung nutzen könnten, die den Aktuaren mehr Einfluss gibt? Sie wären agiler und könnten Tarife täglich am Markt ausgerichtet aktualisieren. Und genau darüber sollte die Versicherungsbranche reden!

SAS · Günter Kaiser
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