Peter Pietsch, Präsident des Vereins Ehrbare Versicherungskaufleute
Peter Pietsch, Präsident des Vereins Ehrbare VersicherungskaufleuteQuelle: privat
Märkte & Vertrieb

"Vertriebsethik ist das Resultat von Erziehung, Sozialisation, Kultur und prägenden Bildern"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Welche Rolle spielt die persönliche Einstellung zum Beruf und welche Bedeutung kommt der Ethik im Versicherungsvertrieb zu? Für Peter Pietsch, Präsident des Vereins Ehrbare Versicherungskaufleute heißt dies vor allem "Fachkenntnis, faire Produkte und deren Anwendung auf die individuelle Situation des Kunden im Interesse des Kunden. Für den Versicherer bedeutet das, transparente Produkte zu entwickeln, deren Kostenstruktur und Wirkung für den Vermittler verständlich sind."

Diese Ethik sei wiederum "das Resultat von Erziehung, Sozialisation, Kultur und prägenden Bildern, die Antrieb verleihen, im Alltag mit offenem Blick, Lebensfreude und gesundem Ehrgeiz gewinn- und nutzbringend seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die innere Einstellung, die man zu seinem Beruf hat; Ziele, die uns durch unser Leben tragen; Gebote, die eigenes Handeln prägen: all diese vielschichtigen Merkmale führen zur persönlichen Vertriebsethik."

 

Denn: "Kunden kaufen keine Bedingungen, keine Widerrufserklärungen, keine Datenschutzerklärungen. Kunden kaufen Lösungen. Der Verbraucher schaut seinem Gegenüber in die Augen und liest dort, was für ihn bedeutend ist. „Kann ich meinem Vertragspartner trauen? Traue ich ihm zu, dass meine Interessen im Vordergrund stehen? Das bedingt auf Seiten der Vermittler ein Verständnis der Produkte und der regulatorischen Rahmenbedingungen, bedeutet also tiefe Fachkenntnis", glaubt Pietsch. Dabei würden die Prägungen, welche mit Erfolg und hohem Arbeitseinsatz verbunden sind, Haltung und Handeln reflektieren. "Ethisches Unternehmertum muss im allgemeinen Sprachgebrauch stattfinden - als tragfähiges Bild der Wirtschafts- und Unternehmenskultur. Wem sollen junge Unternehmer/Menschen sonst nacheifern? Wenn das prägende Unternehmerbild einem Raubtier entspricht, dient dies als Blaupause und andere Raubtiere werden folgen", konstatiert der Präsident des Vereins Ehrbare Versicherungskaufleute.

 

Demnach sei der Mensch das "Spiegelbild und Resonanzkörper, als Verstärker des eigenen Empfindens. Diese Fähigkeit wird zum Erfolg zukünftiger 'Kundenerlebnisgestalter' (heute noch Vertrieb...) und sprachlicher Gestalter emotionaler Botschaften wesentlich beitragen. Die Neudefinition geht mit einer größeren Bedeutung und einem veränderten Selbstverständnis einher. Das „Kundenerlebnis-gestalten“ heißt auch: therapeutische Arbeit leisten. Überzeugen heißt dranbleiben, die Sensibilität erhöhen, für die eigene Vorsorge Verantwortung übernehmen. Gespräche, Angebote, das ist ein zähes Ringen. Jetzt soll es auch unterhaltsamer sein, zeitgemäß über sämtliche Social Media Kanäle."

Peter Pietsch · Verein Ehrbare Versicherungskaufleute · Vertriebsethik
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