Die verschwundene "Big Maple Leaf".
Die verschwundene "Big Maple Leaf".Quelle: dpa
Politik & Regulierung

Eigentümer der "Big Maple Leaf" klagt Versicherungsleistungen ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Raub der wagenradgroßen Münze "Big Maple Leaf" mit dem Bildnis von Königin Elisabeth II. geht in die nächste Runde. Nun klagt der Eigentümer der Münze, ein Immobilienentwickler aus Düsseldorf, auf die Auszahlung von Versicherungsleistungen. "Ein solches Verfahren ist anhängig", bestätigte ein Sprecher der Berliner Zivilgerichte gegenüber der Berliner Zeitung. Allerdings gebe es noch keinen Termin für die mündliche Verhandlung. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.
Der Auslöser des Rechtsstreites ist die Weigerung des Versicherers, die volle Schadenssumme an den Eigentümer auszugleichen. Bisher seien laut Bericht lediglich 800.000 Euro gezahlt worden. Begründet wurde dies mit den Sicherheitsmängeln im Museum, die den Diebstahl aus Sicht des Versicherers vermeintlich begünstigt haben. Worum geht es konkret: In der Nacht auf den 27. März 2017 sollen die vier Männer die rund 100 Kilogramm schwere Goldmünze mit einer Schubkarre aus dem Bode-Museum entwendet haben. Das Besondere an der Münze: Das Exponat erreichte einen bisher ungekannten Feingoldstandard. Die außergewöhnlich schwere Münze besitzt einen Durchmesser von 53 Zentimetern und ist drei Zentimeter dick. Das gestohlene Exponat war seit 2010 Teil der Dauerausstellung, sie wurde im Jahr 2007 von der Royal Canadian Mint ausgeben. Insgesamt wurden nur fünf dieser Exponate geprägt. Aufgrund eines Feingoldstandards von 999,99/1000 wurde die Münze in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, dieser war zuvor unerreicht. Das Bode-Museum, eine der größten Münzsammlungen der Welt, verfügt insgesamt über 540.000 Ausstellungsstücke. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Bis heute fehlt von der Münze jedoch jede Spur. Ermittler gehen allerdings davon aus, dass die Münze in Einzelteile zertrümmert und verkauft wurde. Welche Rolle die vier Angeklagten dabei genau gespielt haben, müssen nun die Richter am LG Berlin klären. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern vor, in der Nacht unbemerkt in das Museum eingedrungen zu sein. Dabei soll das Trio dann die Vitrine eingeschlagen haben und die Münze zunächst mithilfe einer Schubkarre über die S-Bahntrasse zurück in Richtung Hackescher Markt haben. Auf der anderen Seite des Spreeufers ließen die Männer ihr schweres Diebesgut per Seil zu einem am Monbijoupark wartenden Fluchtauto hinab, luden die Münze hinein und verließen mit ihr den Tatort. Auf der Grünfläche gegenüber der Museumsinsel verliert sich die Spur des Goldes. Dabei wurde eine Vitrine zertrümmert und das Goldstück mit Rollbrett und Schubkarre zu einem Fluchtauto geschafft haben, berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Ein mitangeklagter Wachmann soll zuvor die Örtlichkeiten ausgespäht und dem Trio entsprechende Hinweise gegeben haben. Ein Urteil parallel laufenden Strafverfahren gegen die vier Männer ist bislang aber noch nicht gesprochen worden.

"Big Maple Leaf" · Bode-Museum
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