Santalucía ist der größte Sterbegeldversicherer Spaniens
Santalucía ist der größte Sterbegeldversicherer SpaniensQuelle: reh
Unternehmen & Management

Elefantenhochzeit im spanischen Bestattungsgewerbe

Von Rolf EngelhardtTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die beiden Versicherer Mapfre und Santalucía haben bekannt gegeben, dass sie ihre Bestattungsdienstleister Funespaña bzw. Albia im Rahmen einer strategischen Allianz fusionieren wollen. Es entsteht dadurch die größte Gruppe für Bestattungsdienstleistungen Spaniens, die den bisherigen Marktführer Mémora verdrängt, der seit 2017 dem kanadischen Pensionsfonds Ontario Teachers gehört.

Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die spanische Börsenaufsichtsbehörde CNMC und soll während des Jahres 2019 umgesetzt werden. "Wir schaffen damit den Marktführer bei Bestattungsdienstleistungen, der ein Referent bei Servicequalität und Rentabilität sein wird", sagt der CEO von Mapfre España José Manuel Inchausti. Die Transaktion steht in direktem Zusammenhang mit der in Spanien weit entwickelten und hart umkämpften Sterbegeldversicherung. Die Wachstumsraten des ertragsstarken Geschäftssegments sind kontinuierlich hoch.

 

Die führenden Versicherer decken die jeweiligen Servicekomponenten auch über ein Netz eigener Bestattungsunternehmen ab. Die Sterbegeldpolicen sind in Spanien ein Massenmarkt. Rund 21 Millionen Spanier sind darüber versichert. Das ist ein Anteil von rund 45 Prozent der Bevölkerung. Gut 60 Prozent aller Todesfälle werden in Spanien über eine Sterbegeldversicherung abgewickelt. Die Santalucía ist der größte Sterbegeldversicherer Spaniens mit einem Prämienvolumen von 831 Mio. Euro. Die Mapfre ist die Nummer drei und kommt auf 301 Mio. Euro.

 

Die aus der Fusion entstehende Gruppe wird in allen Landesteilen Spaniens Bestattungsdienstleistungen anbieten können und zu den größten Anbietern auf europäischer Ebene zählen. Aktuell kommen Funespaña und Albia gemeinsam auf jährlich rund 70.000 Bestattungsfälle. Künftig werden beide insgesamt 60 Krematorien, 400 Leichenhallen und 42 durch sie verwaltete Friedhöfe betreiben. Hinzu kommt eine Flotte von 750 Leichenwagen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird insgesamt 1.650 Mitarbeiter beschäftigen. Die Bewertung der eingebrachten Aktiva in die neue Gesellschaft erreicht eine Höhe von 322,5 Mio. Euro. Die Mapfre wird daran künftig über ihre Tochtergesellschaft Funespaña einen Anteil von 25 Prozent halten, die Santalucía 75 Prozent.

 

Die Sterbegeldversicherung ist in Spanien, anders als bei den restlichen Versicherungszweigen im lokalen Assekuranzmarkt, komplett in spanischer Hand. Die Marktzugangshürden sind hoch und die bestehenden Kooperationen mit den Bestattungsunternehmen schwer zu durchbrechen. Beim Blick auf die führenden Gesellschaften fällt die Marktmacht auf, die das Führungsduo Santalucía und die zweitplatzierte Ocaso innehaben. Gemeinsam kontrollieren sie 56 Prozent des Prämienvolumens. Beide Unternehmen befinden sich zudem fest in Familienbesitz.

Sterbegeldversicherung · Mapfre · Santalucía
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