Edgar Bohn
Edgar BohnQuelle: BGV
Schlaglicht

"Trotz aller technischen Möglichkeiten wollen wir einen menschlichen Ansprechpartner bieten"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am 1. April 2019 hat Edgar Bohn den langjährigen Vorstandschef Heinz Ohnmacht an der Spitze des BGV beerbt. Dabei hat der Jurist in der Summe ein gut bestelltes Haus übernommen. VWheute hat mit dem neuen BGV-Chef exklusiv über neue Vorstandsstrukturen und strategischen Perspektiven des badischen Regionalversicherers gesprochen.

Es gab im April Wechsel im Vorstand, unter anderem sind Sie jetzt Vorsitzender, Raimund Herrmann ist zum Vize aufgerückt und Dr. Moritz Finkelnburg komplettiert den Vorstand. Wie lange dauert es, bis man sich einspielt?

Das geht schnell. Wir hatten Anfang April eine Vorstandsklausur, bei der wir uns zwei Tage zurückzogen. Wir haben bereits in der Vergangenheit wichtige Weichen gestellt und mit Herrn Dr. Finkelnburg über unsere Vorstellungen und die Unternehmensphilosophie des BGV gesprochen. Überwiegend ging es um die generelle strategische Ausrichtung und verschiedene Wachstumsthemen. Herr Dr. Finkelnburg hat uns aus seinem beruflichen Hintergrund heraus, unter anderem als Vorstand bei der Helvetia und bei der Axa Industrieversicherung, wertvollen Input geliefert, insbesondere im Bereich Digitalisierung.

Welche Eigenschaften befähigen Sie zum Vorsitzenden, könnte jeder normale Vorstand den Job ausfüllen?

Beim BGV haben wir schon immer teamorientiert gearbeitet. Aber natürlich ist die Außenwirkung beim Vorsitzenden am größten. Man sollte nah an den Menschen sein, Empathie besitzen und es sollte einem Freude bereiten, repräsentative Aufgaben zu übernehmen. Außerdem ist es auch wichtig, über ein großes Netzwerk zu verfügen. Das habe ich mir durch meine langjährige Tätigkeit als Vorstand aufgebaut.

Bleiben wir beim Unternehmen. Im letzten Jahr schrieb VWheute: "Vom BGV lernen, heißt Dunkelverarbeitung lernen." Was gibt es im technischen Bereich Neues?

Wir haben eine digitale Agenda aufgestellt, die wir schon seit geraumer Zeit in die Tat umsetzen. Im Privatkundenbereich führen wir eine Sparte nach der anderen zur Dunkelverarbeitung. Begonnen hat es mit der Haftpflicht, dann folgte die Hausrat und die Wohngebäudeversicherung. Bis Ende des Jahres kommen auch die Unfall- und Rechtschutzversicherung. Wir haben in diesem Bereich bereits gute Quoten. In der KFZ-Versicherung sind wir beim Neugeschäft bei über 50 Prozent kompletter Dunkelverarbeitung.

Können Sie das konkretisieren?

Individueller Service und Digitalisierung schließen sich nicht aus, das gilt für alle Geschäftsbereiche. Beispiele sind digitale Schadenbearbeitung und Self-Services oder der elektronische Rechnungsversand. Trotz aller technischen Möglichkeiten wollen wir aber einen menschlichen Ansprechpartner bieten. Es ist aber immer noch ein Unterschied, ob ich ein Buch kaufe oder ein Dauerschuldverhältnis eingehe. Im Moment ist es noch häufig so, dass sich der Kunde im Internet informiert, aber beim Berater abschließt. Ob das so bleibt, wird man sehen. Aber in jedem Fall gilt: Einfachheit ist zwingend.

Was sagen Sie zur Nutzung anderer Techniken wie dem Sprachsystem Alexa?

Da sieht es ganz ähnlich aus: Als schnell zugängliche Informationsquelle werden Sprachassistenten in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Außerdem sind sie ein tolles Medium für den Kundenservice, indem sie Dienstleistungen übernehmen, zum Beispiel den nächstgelegenen Kundenberater suchen. Einfache Produkte wie eine private Haftpflicht lassen sich schon heute darüber abschließen – da beobachten wir die Entwicklung genau. Die individuelle Beratung für den Abschluss einer Versicherung können sie jedoch noch nicht leisten.

Was erwarten Sie für das laufende Jahr, was wünschen Sie sich persönlich und für Ihr Haus?

Wir sind in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres weiter stark gewachsen und es ist absehbar, dass der BGV seinen guten Weg fortsetzt. Natürlich hofft ein Versicherer immer, dass der Schadenaufwand gering bleibt. Aber das können wir nur bedingt beeinflussen und letztendlich sind wir ja auch genau für solche Fälle da, um unseren Kunden dann zur Seite zu stehen. Wir sind gut aufgestellt und wir arbeiten intensiv daran, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Das vollständige Interview mit dem neuen BGV-Vorstandschef Edgar Bohn lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.
BGV · Edgar Bohn
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