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Mecklenburgische: Klein aber wachstumsstark

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Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe in Hannover mit den Sparten Sach-, Lebens- und Krankenversicherung gehört zwar eher zu den Kleinen der Branche, sie wächst aber  schneller als der Markt. Nach Angaben von Vorstandschef Thomas Flemming, der das Ergebnis im Geschäftsjahr 2018 "mehr als zufriedenstellend" bezeichnete,  stiegen die konzernweiten Beitragseinnahmen im Geschäftsjahr 2018 um 3,6 Prozent auf 571 Mio. Euro.

Dazu steuerte die das Sach- und Unfallgeschäft betreibende Muttergesellschaft Mecklenburgische Versicherungs-Gesellschaft a.G. 427 Mio. Euro (plus 4,3 Prozent) bei. Die Lebensversicherungstochter, die im Vorjahr einen Rückgang ihrer Beiträge hinnehmen musste, konnte das Beitragsvolumen mit 121 Mio. Euro knapp halten, während die noch junge Krankenversicherung noch einmal deutlich um 7,6 Prozent auf 23 Mio. Euro zulegen konnte. 

 

Aufgrund der moderaten Schadenentwicklung verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis in der Gruppe kräftig auf 40,0 (Vorjahr: 21,4) Mio. Euro. Das Kapitalanlageergebnis fiel mit 53,7 (70,3) Mio. Euro allerdings recht mager aus. Da nach der Auflösung von "gebunkerten" Rückstellungen 2017 die Ertragsteuern zudem wieder auf ein normales Niveau stiegen, lag der Konzernjahresüberschuss mit 25,2 (25,8) leicht unter Vorjahr. Neben dem guten Schadenverlauf hat laut Flemming die enge Kundenbindung und die erfolgreiche Ausschließlichkeitsorganisation zu diesem überaus positiven Ergebnis beigetragen. Die Zahl der Mitarbeiter steigt stetig und liegt bei 848 (811), die Zahl der Ausschließlichkeitsvertreter bei 820 (784).

 

Wachstumstreiber im Sachversicherungsgeschäft waren die Sparten Wohngebäude - dazu trugen auch Beitragsanpassungen bei -, Gewerbe/Landwirtschaft sowie Unfall. Die Autosparte hat beim Wachstumstempo wieder zugelegt und erreichte ein Plus von 3,6 Prozent. Die in diesem Jahr 222 Jahre alte Mecklenburgische und damit älteste deutsche Versicherung war einst Pionierin in innovativen Produkten für die Landwirtschaft und fühlt sich dieser noch immer verbunden. Daher spielt auch der Klimawandel für Flemming eine wichtige Rolle. Die Trockenheit machte den Landwirten im vergangenen Jahr schwer zu schaffen. Umso dankbarer ist der Vorstandschef für das trotz des Sturmes "Friederike" insgesamt sehr gute Schadenjahr. In der Lebensversicherung wurde die Mecklenburgische durch die kräftig auf 6,0 (19,9) Mio. Euro geminderte Zinszusatzreserve vor dem Hintergrund der stark schrumpfenden Kapitalerträge entlastet. Die Dotierung der Zinszusatzreserve könnte angesichts der derzeitigen Negativzinsen und eingetrübten Konjunkturaussichten am Anleihemarkt aber auch wieder steigen, fürchtet Flemming.

 

Für die Zukunft gibt er sich vor dem Hintergrund des sehr guten Polsters an Eigenmitteln optimistisch, zumal auch 2019 der Vertriebsschwung anhält. Er erwartet im Kompositbereich ein Beitragswachtum von etwas mehr als 3 Prozent. Da im bisherigen Jahresverlauf wenig Großschäden anfielen erhofft man sich insgesamt wieder ein schadenarmes Jahr.  Als Gesamtergebnis wird ein Betrag  unterhalb des sehr guten Vorjahres prognostiziert. Einen gewissen Beitrag soll auch die für das Unternehmen ungewöhnliche Anzeigenkampagne im laufenden "Schnapsjahr 222" leisten.

Thomas Flemming · Mecklenburgische Versicherungsgruppe
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