Kai Wilhelm Franzmeyer, Martin Lütkehaus und Stefan Mertes (v.l.n.r.)
Kai Wilhelm Franzmeyer, Martin Lütkehaus und Stefan Mertes (v.l.n.r.)Quelle: lie
Unternehmen & Management

Bonnfinanz soll mit neuem Eigentümer endlich durchstarten

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Unter ihrem neuen Eigentümer Blackfin Capital Partners wird die Bonnfinanz AG neu ausgerichtet und umgebaut. „Vertriebliche Stagnation ist keine Option. Der Eigentümerwechsel ist für uns ein Idealzustand“, sagte Martin Lütkehaus, Vorstandschef des bis 2. April zur Zurich gehörenden Allfinanzvertriebs, vor der Presse.

Die seit Jahren schrumpfende Vertriebsmannschaft soll in den nächsten drei Jahren von 511 (2018) auf 600 Personen ausgebaut werden. Für 2019 werden 30 neue Vertriebler gesucht. Dabei setzt der Mehrfachagent neben den seit Jahren versuchten Recruitings von jungen Bankern und Versicherungsexperten, auch auf die gezielte Akquisition von Vertriebsnetzwerken und Finanzmaklern. Zudem soll das Einarbeits- und Ausbildungssystem verstärkt werden und Azubi-Modelle zum Tragen kommen werden.

 

Lütkehaus rechnet durch den Einstieg des Private Equity Unternehmens mit "magnetischer Wirkung" auf freie Vertriebskräfte. „Vertriebler sind kommerziell denkende Menschen, die sehen, das sie hier von unserem Engagement mit mehr Umsatz und Produkten zu besseren Konditionen und verbesserter Abwicklung über Plattformen profitieren werden. Ich wäre als Vertriebler gerne dabei“, sagte Kai Wilhelm Franzmeyer, Managing Director von BlackFin Capital Partners für Deutschland, Österreich und die Schweiz und Aufsichtsratsvorsitzender der Bonnfinanz. Bei den Bonnfinanz-Vertrieblern sei die Resonanz auf das Engagement der Blackfin Capital "sehr positiv" gewesen. Franzmeyer berichtete von "weiteren Anfragen aus dem Markt". Die Vertriebsgröße von 600 Personen bezieht sich dabei nur auf organische Wachstum.

 

Die Bonnfinanz ist für Blackfin Capital Partners die erste Übernahme eines Vertriebes in Deutschland. Das Private Equity Unternehmen konzentriert sich eigenem Bekunden auf mittelständischer Finanzdienstleister mit hohem Wachstumspotenzial in Kontinentaleuropa. Weitere Zukäufe in Deutschland werden angestrebt - und scheinen gut möglich, weil sich der Vermittlermarkt konsolidiert. Die bisher in Prozessen und IT mit der Zurich eng verflochtene Bonnfinanz soll in den "nächsten zwölf Monaten plus" an diesen Stellen eigenständig werden. Aufgabe des neuen Finanz- und IT-Vorstandes Stefan Mertes ist es, für eine neue IT-Plattform mit entsprechenden Backoffice- und Vertriebssystemen zu sorgen. Diese sollen von vorneherein auch die Anbindung von weiteren Unernehmenszukäufen erlauben.

 

Beim Geschäftsmodell sind der Ausbau der Premium-Produktauswahl, mehr Optionen bei der Kapitalanlage und Investmentfonds und Baufinanzierungen geplant. Zudem wird eine Vermögensverwaltung mit der Augsburger Aktienbank aufgebaut, mit der es bisher nur ein Pilotprojekt gab. Im Bereich Versicherungen will Lütkehaus zwar weiterhin eng mit der Zurich Gruppe zusammenarbeiten, hofft aber durch den neuen Eigentümer auch auf weitere Premium-Produktpartner mit besseren Konditionen. Zudem will man künftig auch Firmengeschäft vermitteln. Auch hierzu werde man noch Expertise aufbauen. 

 

Dass der Allfinanzvertrieb die Provisionserlöse um 1,8 Prozent auf 60,7 Mio. Euro steigerte, liegt an einer höheren Produktivität. Die Brutto-Provisionserlöse pro Vermittler erhöhten sich auf 119.000 (112.000) Euro. Die Zahl der Vermittler sank weiter auf 511 (534). Wesentlicher Umsatzträger waren 2018 erneut die Lebensversicherung, die Finanzierung sowie die Schaden- und Unfallversicherung. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 28 Prozent auf 6, 4 Mio. Euro. Dies wird vor allem der höheren Produktivität der Vertriebspartner zugeschrieben. Das Ergebnis vor Steuern stieg um gut ein Viertel auf 5,7 Mio. Euro. "Dies ist eine attraktive Rendite für Blackfin Capital", so Lütkehaus. Aussagen zum Kaufpreis, der geplanten Investitionssumme und zum Zeitpunkt der Desinvestition wurden nicht gemacht.

Bonnfinanz
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